Tag 111/123: Philippinen – Palawan

Aloa Freunde!

Wir sind’s wieder, dieses Mal aus und über die Philippinen. Es ist ja oft so, dass viele Südostasienreisende die Philippinen nicht bereisen. Gründe hierfür mögen schlicht zu viele andere attraktive Reisewünsche, der zusätzlich nötige Flug, Reisewarnungen vom Auswärtigen Amt oder diese komische Einreisebestimmung, einen Rückflug vorweisen zu können, sein (so festgelegt zu sein widerspricht nämlich dem Naturell des Travelers). Wie auch immer, unser Weg hat uns trotzdem in dieses Land geführt: die Philippinen…

… bestehen aus 7107 Inseln, die im Grunde genommen die Spitzen von über den Meeresspiegel aufragenden submarinen Gebirgsketten an der Grenze zweier Kontinentalplatten sind (der Philippinischen und der Eurasischen) und wovon nur etwa 880 bewohnt, 1000 größer als 1km² und 11 größer als 2500km² sind.

… verfügen über 36.289 km Küste und kein Ort ist mehr als 200km von dieser entfernt. Im küstennahen Meer befinden sich viele Korallenriffe mit einer einzigartigen Biodiversität, wovon die meisten jedoch touristisch nicht erschlossen sind.

… sind eines der artenreichsten Ökosysteme der Welt und gehören zu den 17 artenreichsten Regionen der Erde.

… zählen etwa 93 Millionen Einwohner, wovon etwa 20 Millionen die Hauptstadt Manila und Umland bewohnen. Weitere 10% leben temporär im Ausland, um zu arbeiten (was einen nicht unbedeutsamen Wirtschaftsfaktor darstellt). Etwa 80 bis 90% der Filipinos sind Christen durch spanische Kolonialisierung im 16. Jahrhundert.

… wurden nach dem philippinisch-amerikanischen Krieg von 1899 bis 1902, bei dem ca. 20% der philippinischen Bevölkerung ihr Leben lassen musste, eine amerikanische Kolonie. Die stärker muslimisch bevölkerten Südphilippinen widersetzten sich erfolgreich in harten Kämpfen der amerikanischen Kolonialisierung. 1946 erlangten die Philippinen wieder ihre Unabhängigkeit und Mitte der 1950er Jahre fanden Umsiedlungsprogramme von Christen in die Südphilippinen statt. Diese durften dort bis zu 25ha große Grundstücke erwerben, wogegen die muslimische Bevölkerung nur 10ha besitzen durfte. Das führte zu einer systematischen Enteignung der muslimischen Bevölkerung in den Südphilippinen und dadurch zur Bildung von extremistischen muslimischen Bewegungen, die sich die Bildung eines eigenen Staates zum Ziel gemacht haben. Uff, sorry, ganz schön viele Infos – was wir hauptsächlich damit sagen wollten, sind zwei Dinge:

  1. die Südphilippinen sind touristisch wenig erschlossen und gelten als nicht ungefährlich (wozu wir aber nichts sagen können, weil wir nicht dort waren)
  2. im restlichen Landesgebiet jedenfalls zeigen sich die südostasiatischen Filipinos sehr entspannt, sehr freundlich und stark spanisch (z.B. Christentum, spanische Ortsnamen und äußerlich ein Hauch von Südamerika) sowie amerikanisch (z.B. Englisch als zweite Amtssprache, Basketball und westlicher Hiphop) beeinflusst, was eine wirklich ziiiiiiiemlich coole Mischung ergibt.

… sind zwar die erste Demokratie Südostasiens, aber keine stabile und eine stark personenbezogene (siehe Poster), in der Parteien keine große Rolle spielen. Es gibt in den Philippinen häufig politische Morde. Von 1982 bis 1996 regierte eine weibliche Präsidentin, eine der ersten demokratisch gewählten weiblichen Staatsoberhäupter weltweit.

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Ed, Ricky Boy und Toto: alles vollgepflastert mit solchen Wahlaufrufen.

… sind traumhaft schön und ziiiiiiiemlich cool. Sie bieten die Ursprünglichkeit von Laos (!!) und die Schönheit Indonesiens (!!). Und noch vieles mehr!! Von allen Ländern unserer Reise gefallen uns die Philippinen am besten. Auch wenn hier das Reisen oft beschwerlich war und die Preise deutlich über denen aller anderer Länder lagen, sind wir große Fans der Ursprünglichkeit des philippinischen Lebensstils, der schönen Natur und der freundlich-coolen Art der Filipinos mit ihrem spanisch-amerikanischen Touch und der hiesigen gleichberechtigten Rollenverteilung von Mann und Frau.

Natürlich haben wir (leider) nur einen Bruchteil des Inselstaates bereisen können, nämlich hauptsächlich die Insel Palawan und die Calamians + zwei kleine Abstecher nach Manila und Clark (Luzon). Wir beginnen unseren Reisebericht mit Palawan: etwa 15.000km² groß (ca. 450km lang und durchschnittlich 40km breit) und ca. 1 Million Einwohner, und unsere erste Station dort:

  1. Puerto Princesa (ca. 220.000 Einwohner) und dieser doofe underground river
    Puerto Princesa ist die Hauptstadt der Insel und der einzige Ort mit ATMs auf ganz Palawan. Gleich nach unserer Ankunft fielen uns v.a. sofort zwei Dinge ins Auge: zum einen die vielen bunten, benannten Tricycles und die vielen bunten, großen Jeepneys, oft mit lauter Musik. Letztere waren ursprünglich amerikanische Armeefahrzeuge aus dem 2. Weltkrieg und stellen heute den öffentlichen Verkehrsmittelfuhrpark bei einfachstem Fahrcomfort dar.

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bunte Jeepneys

Zum anderen bemerkten wir viele schwer bewaffnete Wächter überall, die die Türen der Restaurants, Läden, Banken usw. bewachten. Ein Umstand, der uns mehr Unwohlsein als Sicherheit vermittelte – wovor muss man sich denn so stark schützen? Auf unsere Frage bekamen wir die Antwort, dass es dadurch heute sicher wäre für Touristen. War es wohl nicht immer gewesen. Aber zum Glück war es das jetzt, und die Wächter waren auch ganz lieb, also – rein ins Vergnügen.

Nun kommen die Touris auch gar nicht Puerta Princesas wegen, das hat nämlich nicht viel mehr zu bieten als seinen Flughafen und Geldbeutelladestationen, eignet sich damit aber hervorragend als Sprungbrett für weitere Palawanreisen. Üblicherweise reisen die Touristen von Puerto Princesa aus in den Norden der Insel, da der Süden bereits als nicht mehr sicher gilt (wobei wir ,wie gesagt, keine Ahnung haben, ob das so wirklich stimmt). Nächste Station Richtung Norden ist Sabbang mit seinem weltlängsten unterirdischen Flusssystem, das teilweise per Boot besichtigt werden kann. Was aber übelst aufwändig war: zuerst mussten wir zwei Stunden lang ab 7 Uhr morgens im Amt auf eine Zulassung warten, denn die Tickets für die Besichigung sind stark begrenzt und auf eigene Faust lospilgern leider nicht möglich. Mit den Tickets ging es dann in einem unbequemen und mit bei schlechten Witzen grölend-laut lachenden Touris viel zu vollgestopften Van weiter, für die etwa 50km brauchten wir aber mehrere Stunden – man ist in solchen Touren halt einfach immer abhängig: da wird am Souvenirstand gehalten, dort in einem Freizeitpärkchen, usw.. Als wir schließlich in Sabbang ankamen, mussten wir am Hafen erneut warten, dieses Mal auf unsere Fähre rüber zum Flusseingang. Dort mussten wir dann – wer weiß es?? richtig: wieder warten, auf unser Boot + Führer für die Höhle. Unser Tag war um 7 Uhr gestartet und inzwischen war es schon gegen 16 Uhr, dem unterirdischen Fluss waren wir immer nur sehr schrittchenweise näher gekommen. Dafür ging dann aber seine Besichtigung ziemlich schnell – 20 Minuten in die eine Richtung und 20 Minuten zurück, bei einer einzigen kleinen Funzel, um das ganze Höhlensystem abzuleuchten – zwar bot das der offiziellen Liste der modernen Weltwunder zugehörige Weltkulturerbe echt eine großartige Kulisse, wurde aber viel zu schnell und dunkel abgerockt. Gerne hätten wir dort die doppelte Zeit verbracht und viel mehr gesehen. Damit also fraglich, ob sich dieser gesamte Aufwand gelohnt hatte. Allzu billig war’s nämlich auch nicht.

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Die Filipinos sind verrückt nach Basketball. Körbe gibt’s zuhauf.

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Hier ein Exemplar im Hafen von Sabbang. Von Würfen ins Aus ist wohl eher abzuraten.

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Aneta und Piotr aus Warschau (unsere Reisegefährten auf fast unserem gesamten Philippinentrip) vor dem Eingang zum underground river.

  1. Port Barton
    Klein, ruhig, abgelegen, ohne geteerte Straßen und Strom nur von 18:00 Uhr bis Mitternacht: das ist Port Barton, ein entspanntes Örtchen, das in einer schönen Bucht gelegen zum Islandhopping und Schnorcheln einlädt. Bootstouren wurden für 450 Peso pr. P. (gut 8 Euro) sehr günstig angeboten und inkludierten wunderschöne Badestrände, mit die schönsten Korallenriffe unserer gesamten Reise (kristallklares Wasser!!) und leckeres Fischbarbecue inkl. frisch gepflückter Kokosnüssen auf einsamen Inseln, große Klasse. Einziger Wermutstropfen: der Strand in Port Barton. Schaute ganz toll aus, das war es nicht. Nur, als Waldi morgens seinen ersten Köpfer überhaupt in das philippinische Meer tat, landete er direkt in den Tentakeln einer Qualle. Und das brannte wirklich ordentlich, hinterließ auch Brandblasen, die lange nicht verschwanden. War zwar nicht so, dass die Bucht voll mit Quallen war, aber konnte wegen dem stehenden Wasser durchaus schon vorkommen, und da die Dinger wasserfarben sind, sind sie wirklich nicht zu sehen. Ansonsten aber: super, total idyllisch in Port Barton. Wieder viele Hunde unterwegs, die aber immer ganz lieb und entspannt waren, und schöne Abende am Strand verbracht mit Aneta, Piotr und San Miguel. Ach ja, interessant war übrigens auch unsere gemeinsame Anreise aus Sabbang gewesen. Wenn man einen Blick auf die Karte tut, dann befindet sich Port Barton nur wenige Millimeter über Sabbang. Trotzdem wurde uns die Anreise aus Puerto Princesa empfohlen, was wir nicht ganz einsehen wollten, denn wir waren ja von dort aus schon um die drei Stunden nach Sabbang gefahren. Zurück zu fahren nach Puerto Princesa, um von dort wieder hoch zu fahren nach Port Barton, das kam uns ziemlich unsinnig vor. Wir charterten also kurzerhand in Sabbang einen privaten Van, der uns noch am selben Abend direkt nach Port Barton brachte. Und witzigerweise war es dann so, dass wir in einem riesigen Bogen ein Gebirge umfahren mussten (von einem Umweg wussten wir, nur unsere Vorstellungen davon waren vielleicht etwas blauäugig gewesen), bis wir überhaupt die Schotterstraße nach Port Barton erreichten, von der wir übrigens nie gedacht hätten, dass unser Van diese zu bewältigen in der Lage war, riesige Schlag- und Schlammlöcher und solche Geschichten. Ging aber alles gut, dauerte halt nur ewig, und mitten in der Nacht kamen wir erst in Port Barton an. Mussten dann aber erst auf das Tageslicht am nächsten Tag warten, um den Ort überhaupt sehen zu können. Und während unserem Frühstück kam auch schon der Jeepney aus Puerta Princesa an. Hätte uns viel weniger gekostet als der private Van und viel verloren hätten wir dabei auch nicht. Kartenlesen funktioniert in Südostasien einfach anders…

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Die Bucht um Port Barton

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So sehen Supermärkte auf Palawan aus.

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Und so die Hauptstraße in Port Baton.

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Volleyballmatch mit locals am Strand beim Sonnenuntergang. Besser geht’s kaum…

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Wieder mal ne Bootstour und wieder mal ein Meer, glatt wie Wasser im Glas.

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Ein Fischerdörfchen, an dem wir kurz hielten, um unser Mittagessen zu kaufen:

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Fischbarbecue, zubereitet und genoßen auf…

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einer traumhaft schönen, einsamen Insel.

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Und das ist hier so ein typisches Gericht. Total einfach, total frisch, total lecker.

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Kurze Zwangspause auf dem Weg nach El Nido: Platten auf besagter Schotterstraße von Port Barton zurück zur Hauptstraße. Was bei den abgefahrenen Reifen aber auch echt kein Wunder war.

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umsteigen in Roxas

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  • El Nido
    Dagegen weltberühmt ist El Nido mit seiner Limestone-Insellandschaft: Islandhopping erster Sahne, wunderschöne Lagunen, interessante Höhlen, traumhafte Badestrände und großartiges Schnorcheln (und Tauchen haben wir uns sagen lassen). Allerdings war hier auch deutlich mehr los als in Port Barton. Und alles auf den ersten Blick deutlich teurer – wer suchte, fand aber auch hier ähnlich günstige Unterkunft und Verpflegung. El Nido hat uns sehr gut gefallen und wurde mit acht Übernachtungen der längste Aufenthalt unserer gesamten Reise, allerdings bissle unfreiwillig. Denn ursprünglich gedachten wir nach vielleicht so fünf Tagen weiter gen Coron Town auf die Calamian Islands zu reisen, und da jede zweite Bude in El Nido Boottickets dafür anbot, machten wir uns da keinerlei Sorgen. War aber dann mal wieder ziemlich witzig, denn es war nämlich so, dass alle Buden Tickets für ein und dasselbe Boot verkauften – und alles für die nächsten Tage schon komplett ausgebucht war. Damit saßen wir also etwas fest in El Nido, aber da gab es mit Sicherheit schlechteres: außer den Boottrips und den Ausflügen zu benachbarten Stränden (der innerorts war leider nicht zum Baden geeignet und das Wasser im Hafen wirklich zu eklig, um auch nur den kleinen Zeh reinzustrecken) gab es sonntags einige Basketballspiele zu bewundern, viele lokale „Köstlichkeiten“ zu entdecken und zu probieren (z.B. Balot, ein angebrütetes gekochtes Enten- oder Hühnerei), mal wurden wir Zeugen von ekstatisch gehaltenen und gesungenen Gottesdiensten, mal machten wir bei der in Südostasien so beliebten Videoke mit, mal füllten wir unsere Rücksäcke mit weiteren Mitbringseln oder probierten das Nachtleben in El Nido aus.
  • bearb

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    Fancy Strandpromenade in El Nido…

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    … und so sieht’s dann ein bissal weiter ausserhalb aus.

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    Basketballkorb darf natürlich nicht fehlen.

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    Oder hier, mitten auf der Straße…

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    Schön und ursprünglich war’s im Norden Palawans.

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    Hier ging’s lang: zum Las Cabanas, …

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    … unserem Lieblingsstrand, etwa 5km südlich von El Nido.

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    So einfach geht Kiosk.

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    Napcan Beach (etwa 30km nördlich von El Nido)

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    Kokosnussweitstoß

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    beach motocross

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    Islandshopping – hier unser Captain. Schaut bissal jung aus und war es wohl auch. Tat seiner Kompetenz aber keinen Abbruch.

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    secret lagoon

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    So viel zunächst von unserer wunderbaren Zeit auf der philippinischen Insel Palawan. War wirklich traumhaft schön und ein Erlebnis. Und wie angekündigt folgt in Bälde ein Kapitel zu den Calamians. Danke für das Interesse und bis zum nächsten Mal!!

    Liebe Grüße, Simi & Waldi

    Tag 97/123: Malaysia

    Unsere sieben Schritte durch Asien hatten wir ja eigentlich so geplant:

    1. Thailand
    2. Laos
    3. Kambodscha
    4. Indonesien
    5. Philippinen
    6. Russland
    7. Kasachstan

    Weil wir aber inzwischen absolute Zäpfchen geworden sind, was Temperaturen unter 25°C angeht, haben wir uns nun dazu entschlossen, unsere Besuche in Russland und Kasachstan auf eine Sommerzeit zu verschieben, und stattdessen (wenn man ja eh schon mal da ist) unsere Zeit im tropisch heißen Südostasien zu verlängern. Da unser Flug von Bali (Indonesien) nach Puerto Princesa (Philippinen) über KL (Malaysia) ging und unser Heimflug von Manila (Philippinen) nach München (Deutschland) über Hong Kong (China), haben sich nun für uns die folgenden sieben Schritte durch Asien ergeben:

    1. Thailand
    2. Laos
    3. Kambodscha
    4. Indonesien
    5. Malaysia
    6. Philippinen
    7. China / Hong Kong

    Schritt 5, Malaysia also. Hatten wir ja eigentlich nicht geplant. Zu teuer, zu entwickelt. Dachten wir. Aber schnell nach unserer Ankunft in Kuala Lumpur, genannt KL, stellten wir fest: hier gefällt’s uns voll gut. Also wollten wir noch mehr von diesem Land sehen. Und bevor nun der Bericht dazu folgt, beginnen wir wie in inzwischen gewohnter Weise mit ein paar Eckdaten zu unserem neuem Gastgeberland Malaysia:

    • In Malaysia leben etwa 28 Millionen Menschen, davon 20 auf der malaiischen Halbinsel. Der ostmalaiische Teil liegt auf der Insel Borneo, die sich Malaysia mit Indonesien teilt.
    • Die Malaysier sind kein homogenes Volk, sondern bestehen aus mehreren Bevölkerungsgruppen mit einer Vielfalt an Sprachen, Religionen, Kulturen und ethnischen Wurzeln:
      so setzen sich die Staatsbürger des 1962 gegründeten Staates Malaysia zusammen aus

      1. zu 68% Bumiputeras (Malaien und Orang Asli)
      2. zu 24% Chinesen (diese wanderten im vergangenen Jht. ein, als die britischen Kolonialherren auf den Plantagen und in den Zinnminen dringend Arbeitskräfte benötigten)
      3. und zu 8% aus Indern (Hundertausende, meist Südinder, wurden im 19 Jht. als Kontraktarbeiter auf die Kautschukplantagen und zum Eisenbahn- und Straßenbau nach Malaysia gebracht. Nordinder wurden in den Streitkräften, der Polizei und als Wachtposten beschäftigt, Berufsgruppen, in denen sie auch heute noch überproportional vertreten sind.).
    • Dementsprechend findet sich eine große religiöse Vielfalt in Malaysia: die Mehrheit bekennt sich zum Islam, der Staatsreligion Malaysias (jedes neugeborene Kind einer muslimischen Familie ist automatisch selbst auch Moslem mit sehr beschränkten bzw. nicht vorhandenen Möglichkeiten zum Konvertieren), es existieren aber auch signifikante Anteile an Hindus, Buddhisten, Konfuzianern und Animisten in der malaysischen Bevölkerung.
    • Das 1957 in Malaysia zur Nationalsprache erhobene Hochmalaiisch (Bahasa Malaysia) hatte sich in der malaiischen Halbinsel und der indonesischen Inselwelt in den vergangenen Jahrhunderten als eine von vielen zahlreichen dialektalen Varianten (wie javanisch, sundanesisch, balinesisch uvm.) als gemeinsam gesprochene Sprache durchgesetzt und wird seit 1984 als Unterrichtssprache in allen Schulen und Hochschulen Malaysias (auch den indischen und chinesischen) benutzt, ist also eine noch recht junge Amtssprache. Ganz üblich ist auch die englische Sprache zur allgemeinen Verständigung unter allen Bevölkerungsgruppen (oft mit starkem asiatischem Akzent).
    • Malaysia bietet also Vielfalt in mehrerlei Hinsicht und nicht zuletzt in einer Fusion-Küche, von der sie selbst behauptet, sich aus den besten asiatischen Elementen zusammenzusetzen (und DAS können wir ABSOLUT bestätigen – jammi!).
    • Malaysia ist reich an Rohstoffen (v.a. Erdöl, Erdgas und Erz), verfügt über eine entwickelte Auto- (Proton) sowie eine starke ITK-Industrie (Informations- und Telekommunikationsbranche) und besitzt sehr sehr sehr viele Ölpalmplantagen. Hinter dem Stadtstaat Singapur (der teuersten Stadt der Welt 2012) ist Malaysia eindeutig die bedeutendste Wirtschaftsmacht Südostasiens.
    • Malaysia ist neben den Vereinigten Arabischen Emiraten die einzige Wahlmonarchie der Welt und belegt im HDI-Ranking Platz 61 (Thailand: 103, Singapur: 18).

    Und in KL (etwa 2 Mio Einwohner) ging es für uns los mit Malaysia. Was hat KL alles zu bieten? Einiges: eine Wahnsinnsskyline (an der in zahlreichen Baustellen sogar kräftig weitergebaut wird), die Petronas-Towers (mit knapp 500m Höhe die höchsten Zwillingstürme der Welt), einen riesigen Stadtpark mit dem größten Vogelfreigehege der Welt, ein tolles Nahverkehrssystem (Monorail statt Tuk-Tuks), riesige (!!) Malls und viele tolle Einkaufsmöglichkeiten (ein Shoppingparadies!!), das abwechslungsreichste und leckerste Essen, das wir je geschlemmt haben, Übernachtungsmöglichkeiten, die zwar etwas teurer sind als bisher, aber auch viel sauberer, und und und – KL bietet so vieles zu immer noch sehr niedrigen südostasiatischen Preisen – total toll, und für uns nach Flores ein wirklich krasses Kontrastprogramm. Allerdings – an asiatischem Charme verliert KL etwas als schillernde, westliche Großstadt und unterscheidet sich so stark von der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Toll fanden wir aber beides: Bangkok als wuselige, authentisch asiatische Metropole, und KL als moderne, attraktive Großstadt.

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    Petronas-Towers

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    Ebenfalls sponsored by Petronas: Der große Preis von Malaysia.
    Und der Vettelfinger war auch ganz richtig vermutet von Waldi.

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    Chinatown (ganz anders als jenes total abgefahrene in Bangkok)

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    Timesquare-Shoppingmall mit hauseigener Achterbahn

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    KL Monorail

    In KL hatten wir uns ein kleines Malaysia-Programm zurechtgelegt und dementsprechend unseren Weiterflug auf die Philippinen auf Anfang April gelegt, und zwar wollten wir gerne noch den Cameron Highlands einen Besuch abstatten, dann im Taman Negara Nationalpark (dem ältesten Regenwald der Welt) trekken gehen und abschließend noch ein paar schöne Tage auf der Insel Kapas an der Ostküste der malaiischen Halbinsel genießen. Soweit, so gut. Bus von KL nach Tanah Rata, unserer Base in den Cameron Highlands – problemlos, günstig, sehr bequem. Aber danach lief es dann leider nicht mehr so gut für uns, und hinterher wünschten wir uns, wir hätten uns in unserer Planung gegen die Cameron Highlands entschieden. Warum? Die Cameron Highlands sind im Grunde genommen bergige Teeplantagen. Ganz nett, aber unserer Meinung nach nicht den Riesenhype darum wert. Denn wer denkt, am Schloss Neuschwanstein ginge es zu, der kann sich das hier mal gerne angucken – Massen an Touristen, die sich auf den Straßen, Parkplätzen und Trampelpfaden quetschten, wir fanden’s furchtbar. Zusätzlich hatten wir noch ein schreckliches Guesthouse erwischt und eine „Adventure-Tour“ gebucht, die dann alles andere als Abenteuer war, sondern so stinklangweilig, dass wir sie freiwillig verlassen haben, obwohl schon bezahlt. Die Cameron Highlands können WIR also überhaupt nicht empfehlen.

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    So sehen Schmetterlinge in Südostasien aus.

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    Mossy Forest (Mooswald)

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    Teeplantagen

    Zu guter Letzt lief auch noch auf dem Weg von Tanah Rata in den Nationalpark mit unseren Bustickets irgendwas schief, und entnervt und gestresst hatten wir dann in Jerantut (30km vor dem Nationalpark) keinen Bock mehr, sondern schulterten uns kurzerhand unsere Rücksäcke auf, latschten zur local bus station und kauften uns Tickets nach Marang, wo wir dann nach zwei mal umsteigen und insgesamt 16 Stunden Busfahrt mitten in der Nacht ankamen. Was wir in dem ehemaligen kleinen Fischerdorf wollten? An diesem Abend nur noch schlafen. Aber am nächsten Morgen ging es dann für uns in einer schnellen, günstigen und auf glattem, türkisem Wasser ziemlich schönen Bootsfahrt (ähnlich wie in der Raffaello-Werbung) auf Pulau Kapas (dafür ist Marang das Sprungbrett), und DAS war dieses Mal eine megagute Entscheidung – die Cameron Highlands waren hier schnell vergessen und stattdessen wurde nur noch die Zeit genossen: Pulau Kapas bzw. Kapas Island ist (mal wieder) eine traumhafte, kleine, tropische Insel, mit den schönsten, längsten und feinsten Sandstränden, die wir je gesehen haben, vielen Schorchelspots, die jederzeit ohne Boot zu erreichen sind (was total gut ist, denn so kann man jederzeit unabhängig und kostenlos nach Lust und Laune losschnorcheln) und viele Nemos, bunte und lustige Fischarten, riesige Wasserschildkröten und v.a. Riffhaie bieten (total krass. Die sehen echt aus wie richtige Haie, das SIND richtige Haie. Grau, groß, mit großen Kiemen, schwarz-grauer Flosse und weißem Bauch. Ganz schön spannend, auch wenn Riffhaie friedliche Fische sind.), super zum Kajaken und mit einem Urwald, in dem man auch ein bissle trekken kann (wie das Schnorcheln ist auch das Trekking wie eine Schatzsuche, man ist nur am Entdecken: verschiedene Palmen, Mammutbäume und bunte, exotische Blumen, gigantische Ameisen, da kommt plötzlich eine riesige Heuschrecke angeflogen, dort kreuzt ein großer Leguan den Weg, die farbigen Vögel singen ihre unterschiedlichen Melodien, Adler kreisen über den Köpfen, die Hörnchen springen von Ast zu Ast, die Insekten zirpen unendlich laut und schrill, während die Moskitos einen schon hungrig erwarten). Einquartiert hatten wir uns auf der Insel im meganett und süß eingerichteten Captain’s Longhouse, das traumhaft zwischen Strand und Dschungel liegt (das schönste Guesthouse unserer gesamten Reise), und alles in allem war unsere Zeit auf Pulau Kapas wirklich besonders schön, eine ganz ganz tolle Insel. Und die Kirsche auf der Sahne: 1 Woche und 2 Personen Trauminsel mit allem Drum und Dran (Fähre, Übernachtung, Essen, Snacks, Getränke, Equipment wie Schnorchel und Kajak, also wirklich alles für 2 Personen) für etwa 225 Euro, dat kann wat, wa.

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    Die Berakit Bay, wo wir im Aquariumriff unverhofft mit drei Riffhaien (so viele haben wir zumindest wahrgenommen) schnorchelten, die große Kreise um uns zogen (total unheimlich).

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    Fazit: Malaysia war uns eine große positive Überraschung, und wir haben definitiv viel zu wenig gesehen. Das entwickelte Land scheint nur noch wenig asiatisch, präsentiert sich auf dem zweiten Blick aber doch asiatischer, als man meint. Die Leute sind anders, aber auch sehr freundlich. Den Wohlstand sieht man ihnen u.a. an ihrer leiblichen Fülle an, sie sind viel beleibter und rundbäckiger als alle Südostasiaten, die wir bisher gesehen haben. Die Malaysier arbeiten effektiv und systematisch, was sich zunächst wie abfrühstücken anfühlt. Sie zeigen sich weniger interessiert am Touristen (praktisch genau das Gegenteil von Flores), wollen einem nichts verkaufen, bieten Waren und Dienstleistungen ähnlich auf dem uns von zu Hause gewohnten Weg an, ein uns eigentlich sehr angenehmes Geschäftsgebaren. Das Straßenbild besteht kaum mehr aus Rollern, dafür gibt es mehrspurige Autobahnen, und Verkehrsregeln werden hier grundsätzlich eingehalten. Malaysia ist einzigartig abwechslungsreich, angefangen von der Kultur über das Essen bis hin zur Landschaft (die Monokultur der Ölpalme ausgenommen). Irgendwann mal würden wir gerne Borneo bereisen, das weniger entwickelt als die malaiische Halbinsel noch viel ursprünglichen Dschungel bieten soll, d.h. nach Malaysia würden wir also definitiv wieder kommen.

    So, und jetzt probieren wir unser nächstes südostasiatisches Land aus. Philippinen, das klingt so karibisch toll. Ja, da freuen wir uns drauf, und je nach Qualität des Internets werden wir früher oder später dazu was hören lassen….

    Liebe Leute, uns wurde die Kunde zugetragen, dass der erste Winter unseres Lebens, den wir haben ausfallen lassen, wohl der dunkelste und trübste seit Beginn der deutschen Wetteraufzeichnung war (und dat will wohl wat heißen, unser Winter ist ja so schon viel zu lang und bäh bäh!). Glück im Glück nennt man das wohl – für uns natürlich. Euch wünschen wir

    Mit sonnigen Grüßen, Simi & Waldi

    Tag 82/123: Flores ist wirklich eine Blume

    Nach unserem unglaublich schönen und erfahrungsreichen Bootstrip in den Komodo Nationalpark (westlich der Insel Flores) blieben uns noch vier volle Tage, um möglichst viel von Flores (siehe Post: Die Gilis sind wunderschön) zu erkunden. Und zum Abschluss unseres Indonesientrips gönnten wir uns endlich wieder einmal einen Roadtrip auf Rollern, jiiiiiha! Diesen starteten wir vom westlichsten Punkt der Insel, Labuan Bajo (siehe Post: Drachen gibt’s nicht nur im Märchen), und fuhren dann zwei Tage in Richtung Westen über Ruteng nach Bajawa und aus Ermangelung an Alternativen in weiteren zwei Tagen dieselbe Strecke wieder zurück. Wir wären eigentlich gerne noch weiter als Bajawa gefahren, zumindest noch zum Kelimitu, einem hohen, spektakulären Vulkan mit drei verschiedenfarbigen Kraterseen, und erst recht noch weiter in den Osten der Insel, wo es immer unberührter werden soll. Da es auf Flores aber nur eine einzige große geteerte Hauptstraße gibt, die über viele Kurven, Berge und Täler von West nach Ost führt, blieb uns einfach nicht die Zeit dazu. Andererseits auch wieder sehr interessant, wenn sich das Inselleben so rund um eine große Straße abspielt. Jedenfalls wurde der Roadtrip zu einer irre intensiven, abwechlsungsreichen, anstrengenden und umwerfenden Floreserfahrung, und so viel ist klar: an Schönheit und Ursprünglichkeit war Flores auf unserer bisherigen Reise nicht zu überbieten.

    Tag 1
    Für den ersten Tag waren 130km bis nach Ruteng angesetzt, für die wir mit unseren Rollern gute sechs Stunden benötigten. Grund dafür war nicht nur die kurvig-bergig Straßenführung mit den gewohnt vielen großen Schlaglöchern, sondern durchaus auch die Tatsache, dass unsere Rollergang an diesem Tag aus immerhin sechs Mann bestand, was dann immer etwas zeitaufwändiger ist. Und nicht zuletzt recht auffällig, denn weiße, blondschöpfige Touristen bleiben auf Flores nicht lange unbemerkt. Die Einheimischen am Straßenrand guckten bzw. starrten uns entgegen und hinterher, die Kinder schrien, grüßten, winkten, wollten mit einem abklatschen, liefen unseren Rollern nach. Natürlich war es einerseits sehr sehr nett, so empfangen zu werden. Andererseits wurde es aber auf Dauer auch sehr sehr anstrengend – dazu später mehr. Das Wetter war jedenfalls super, die Reisfelder saftig grün und die Reisterrassen hoch und lang. Abends kamen wir in der von grünen Vulkanen umgebenen Stadt Ruteng an und machten uns auf die Suche nach einem Hostel. In dieser Hinsicht ist Ruteng jedoch kein Supertip, denn in der Stadt waren die Zimmer bei Gefängniszellencharme ziemlich überteuert, das Essen einfach und wenig abwechslungsreich (Reis + Hühnchen oder Fisch), und kaltes Bintang (indonesisches Bier) suchten wir lange vergebens. Andere Touris haben wir an diesem Tag übrigens nicht gesehen.

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    Hiesiger Baustil: Bambushütten mit Wellblechdächern.

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    Stehen bleiben, um die Aussicht zu genießen, bedeutete auch immer, in Kürze Besuch zu bekommen.

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    Ruteng, mit ca. 35.000 Einw. einer der größten Städte auf Flores.

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    Den Muezzin hörten wir nun nicht mehr singen, sahen dafür zahlreiche Wellblechkirchen.

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    Unser Bad mit ganz großem Wohlfühlfaktor (oben: offenes Wellblechdach).

    Tag 2
    In den nächsten Morgen starteten wir dann nur noch zu dritt zunächst mit einer Fahrt in die Werkstatt, denn diesmal war Simi an der Reihe und hatte sich einen Platten eingefangen. Ähnlich wie in Laos war aber auch dieser schnell und unkompliziert behoben und die Reparatur für 15.000 Rupien (etwa 1,20 Euro) preislich sehr zumutbar. Nächster Programmpunkt wäre Tankstelle gewesen, aber diese ließen wir aufgrund der längsten Schlange, die wir je gesehen haben, aus. Tanken funktioniert in Südostasien übrigens ein bissle anders, als wir das von zu Hause kennen: wenn es überhaupt eine Tanke gibt, hat die nicht zwingend Benzin auf Lager, und wenn, dann sind die Schlangen meist lang. Was aber überhaupt kein großes Problem darstellt, denn die Leute sind darauf eingestellt und es helfen ganz viele kleine Buden am Straßenrand mit befüllten Einwegflaschen für nur unwesentlich teurer aus, easy.

    Für den zweiten Tag hatten wir uns also wieder etwa 130km vorgenommen, Ziel war Bajawa, ein Bergörtchen auf etwa 1400m Höhe. Die Tour dorthin führte uns den Berg rauf und in den Monsunregen rein, den Berg runter und aus dem Regen wieder raus (bei Fahrtwind und Sonne waren wir schnell wieder getrocknet), vorbei an Reisernten, Meer und irre schönen Aussichtspunkten, durch unglaublich dschungligen Dschungel, über Borong (ein gar nicht so kleines Städtchen, das sich aber auf keiner Karte fand) und Aimere (ein Örtchen, das für die Herstellung von Arak, einem lokalen Schnäppes, bekannt ist) und schließlich wieder rauf auf den nächsten Berg, auf dem Bajawa tronte. Echt eine klasse Route, die ganz großen Spaß machte. Wir waren total beeindruckt von der abwechslungsreichen Schönheit Flores‘, hatten aber auch an diesem Tag wieder gefühlte 20.000 Florianer persönlich begrüßen müssen (sogar den Gegenverkehr!) und waren erneut pausenlos und hemmungslos angestarrt worden – schon bissle komisch: egal ob wir fuhren, irgendwo kurz hielten oder rasteten und etwas aßen, wir standen offensichtlich auf Schritt und Tritt unter Beobachtung. In Bajawa dann (hier haben wir die einzigen anderen Touris auf unserem Roadtrip gesehen, aber auch nur sehr spärlich) gönnten wir uns nach unserer grausamen Unterkunft in Ruteng eine Nacht im Edelweis mit Hammerblick auf den Gunung Inerie (ca. 1600m), sauschön. Neben seiner schönen Vulkankulisse bot Bajawa auch noch einige weitere besondere Unternehmungsmöglichkeiten, und so besuchten wir am frühen Abend noch ein paar nahgelegene, traditionelle Runddörfer, in welchen die Menschen wirklich noch sehr sehr einfach und ab vom Schuss lebten und fast jeder rote Zähne vom Beetelnusskauen hatte. Ein kleiner Junge hatte Simi dort mit einer Schleuder am Bein abgeschossen, und schon Tags zuvor hatte ein anderer Junge mit einem Stecken nach ihr gehauen. Keine Ahnung ob Zufall oder nicht, keine Ahnung was es bedeuten sollte. Vielleicht wegen der blonden Haare. Vielleicht aber auch nicht. Jedenfalls auch bissle unangenehm.

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    Immer Schlangen an der Tankstelle.

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    Die Lösung.

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    Ein Roadtrip, der macht Spaß…

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    Reisernten

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    Regenzeit

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    Dschungelkirchen

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    Zimmer mit Vulkanblick

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    Bena, eines der traditionellen Runddörfer Flores‘.

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    Katholische Gräber im Dorfgarten in vulkanischer Kulisse.

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    Knacken der Macadamianüsse

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    Wahnsinnsaussicht auf Vulkane, Krater und Meer

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    Tag 3
    Das war der Tag, der sozusagen ins Wasser fiel. Warum? Nun, unser Tag begann früh, denn wir wollten gerne den Wawo Muda besteigen, einen erst 2001 entstandenen und damit sehr jungen Vulkan, der uns mit fünf roten Kraterseen lockte. Diese wären eigentlich sogar mit Rollern zu erreichen, leider aber nicht nach dem gestrigen Regen, der die Wege zu schlammig und rutschig machte. Halb so wild, wandern tun wir ja gerne, also ging es zu Fuß hoch, etwa eine Stunde lang, easy. Oben an der Spitze hatten wir einen netten Ausblick auf begrünte Kraterlandschaften, von Kraterseen war aber zunächst keine Spur. Zwei spielende kleine Jungs zeigten uns dann aber den Weg (einer sang das Ave Maria), und nach wenigen Minuten war das Ziel dann erreicht, aber, naja, vom Hocker gehauen hat’s uns nicht gerade. Statt fünf roter Kraterseen waren leider nur zwei ziemlich unspektakuläre Regenpfützen zu sehen, und die Aussicht ins Tal war leider total verhangen von dunklen Regenwolken. Ok, das war wohl nichts gewesen, aber klar, der Versuch war’s wert. Also ging es direkt wieder runter und rauf auf die Roller, immerhin stand erneut die gestrige Tagesstrecke nach Ruteng auf dem Programm. Die ersten 30km Bergabfahrt von Bajawa Richtung Aimere hatten auch noch richtig Spaß gemacht, tolle kurvige Strecke, superschöne Aussichten auf Meer, Vulkane und Dschungel. Bis nach Borong ging’s dann ziemlich flott, immerhin kannten wir die Strecke ja schon in- und auswendig. 50km waren noch runterzureißen, als es anfing zu gießen wie aus Kübeln und leider auch nicht mehr aufhörte. Die Straßen wurden immer rutschiger, der Fahrtwind drückte uns die Wassermassen bis in die letzte Pore, wir waren pitschnass, die Haut schon aufgeweicht, Gebiss und Schultern vor Kälte verkrampft – wie Tobi B. aus K. das so treffend formulierte: die zweistündige Rollerfahrt durch den Monsunregen machte „echt grad 0 Spaß“ – es war eine Tortur. Zumal, auf was sollten wir uns freuen, in Ruteng erwartete uns nicht mal warmes Wasser. Iiiiiiiirgendwann mal aber war es geschafft, wir kamen in Ruteng vor Sonnenuntergang an. Und die Florianer hatten diesmal nicht einfach nur Touris zu bestaunen, sondern sogar pudelnasse. Wisst Ihr, wie deren Reaktion darauf war, während wir zitternd vor Kälte ein Zimmer suchten? Sie haben uns ausgelacht. Unglaublich. Als wir dann irgendwann mal in Bärchendecken eingehüllt in unseren Stockbetten saßen und freiwillig auf unser Abendessen verzichteten, um nicht noch mal in den Regen zu müssen, mussten wir selber auch drüber lachen.

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    Die Kraterlandschaft um den Wawo Muda,

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    seine Kraterseen,

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    sein Publikum.

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    Dicke Regenwolken, Flucht zwecklos.

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    Ein Blick von der Brücke blieb nicht unentdeckt.

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    Tag 4
    In der Nähe von Ruteng und auf dem Weg nach Bajawa finden sich ein paar traditionelle Dörfer, die für den spinnennetzartigen Anbau ihrer Reisfelder bekannt sind. Wir schmissen uns also am Morgen des vierten Tages in unsere immer noch nasse Klamotten, um bei Sonnenschein und blauen Himmel unseren letzten Reisetag zu beginnen. Das Dörfle Gulu Caru war unkompliziert gefunden und tatsächlich auch sehr schön und sehenswert. Des Weiteren stand noch auf unserem Tagesprogramm ein kleiner Canyon mit Wasserfall, etwa 30km vor Labuan Bajo. Unsere Gebete wurden aber leider nicht erhört, denn auch an diesem Tag regnete es wieder heftig, so dass wir unsere weiteren Ausflugspläne begraben mussten. Als erfahrene Wasserratten konnten wir jedoch inzwischen die Wolken lesen und ihnen aus dem Weg gehen bzw. uns unterstellen und abwarten. So brauchten wir jedoch den ganzen Tag, bis wir in Labuan Bajo ankamen. Wo übrigens dann wieder wunderbar die Sonne schien. Naja, des war schon echt ne harte Sache gewesen, ’n Roadtrip durch den Monsunregen. Sauanstrengend war es auch gewesen, ständig angestarrt zu werden. Die Menschen stellten sich wirklich einfach neben uns, mit großen Augen und offenem Mund. Vor allem Simis Anblick rief viele Reaktionen bei den Einheimischen hervor. Viele haben uns angesprochen, supernett zwar, aber wirklich 50mal am Tag mussten wir Fragen beantworten wie „Where do you go?“, „Where you’re from?“, „What’s your name?“, nirgendwo blieben wir unentdeckt, überall rief es „Hello Mister!“ oder „Hello Miss!“, und man will ja nicht unhöflich sein und stets freundlich antworten, aber das war auf die Dauer wirklich sauanstrengend. Und was für eine ursprüngliche Schönheit bot Flores, und wie ursprünglich lebten ihre Bewohner. Wir haben unzählige Wellblechkirchen gesehen, kleine Kinder, die mit Steckal und Reifen oder Dosen spielten, Einheimische, die mit Macheten rumliefen oder mit einem Gewehr am Rücken vorbeifuhren, viele bunte Blumen, viel viel grün, und unendlich viel Wasser.

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    Gulu Cara

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    Da mussten wir rein…

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    … blieben diesmal aber trocken.

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    Die auch.

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    Und da ging’s dann wieder raus.

    Und mit diesen Waaaaaaahnsinnseindrücken schlossen wir das Kapitel Indonesien ab. Diese 30 Tage in unserem vierten Land unserer Reise, ein Land, das nur aus Inseln besteht (und v.a. sooooo viele!), hatten sich sehr von unseren acht Wochen zuvor auf dem Festland (Thailand, Laos und Kambodscha) unterschieden, waren uns aber ebenso eine sehr erfahrungsreiche Zeit gewesen. Indonesien (bzw. das wenige, das wir bisher davon gesehen haben), ist ein wunderschönes und abwechlsunsreiches Land (vom entwickelten Bali bis hin zum unberührten Flores), in dem wir viele exotische Tiere & Pflanzen und traumhafte Strände & Korallengärten kennenlernen durften. So vieles werden wir in bester Erinnerung behalten, und so viele Inseln (Borneo! Sumatra! Sulawesi! Java!) gilt es hier noch zu entdecken. Nun aber ging unsere Reise erstmal wieder weiter, und zwar nach Kuala Lumpur, Malaysia. Wir werden berichten.

    Liebe Grüße von Simi & Waldi!

    Tag 77/123: Drachen gibt’s nicht nur im Märchen

    Es war uns kein leichter Abschied von den Gilis, mit Sicherheit nicht. Warum sollte man weiterziehen, wenn es einem doch so gut gefällt? Leichte Verzweiflung und Abschiedsschmerz machten sich breit. Aber, so ist nun mal das Reisen. Die Flüge waren schon gebucht, und so setzten wir an diesem schönen Sonnentage mit dem Speedboat ab nach Bali gen Flughafen, wo am nächsten Morgen unser Flieger nach Flores gehen sollte. In Kuta Beach (die Örtlichkeit direkt am Flughafen) durften wir noch Neujahrszeremonien vor dem silent day bei wunderschönsten Sonnenuntergangssetting am Strand beobachten, bevor uns dann eine harte Nacht auf dem Flughafen bevorstand:

    1. Wir kamen an, und unser Flug stand nicht auf der Abflugtafel. Alles war geschlossen, und wir waren uns sehr sehr unsicher, ob alles mit der Buchung hingehauen hatte und ob unser Flug überhaupt ging.
    2. Wir wurden doch tatsächlich, auf dem Weg ZUM GATE, von Taxifahrern belagert. Wir haben keine Ahnung, wieso sie sich die Mühe machten, und was sie gedachten, uns wohin fahren zu können. Einfach nur anstrengend und nervig.
    3. Echt wahr: gab es doch im Wartebereich keine Stühle oder Sitzgelegenheiten am Flughafen, so dass wir die Nacht auf unseren Rucksäcken am Boden zubrachten (inkl. Moskitos und anderem Ungeziefer).

    By the way: total unnötig. Auf der Inlandsflügeseite gab es am Flughafen Bali (DPS) wirklich jar nüscht. Der internationale Abflugbereich jedoch bot McDonalds, Burger King, Cafes, Wifi uvm., 24 Stunden geöffnet. Das hatten wir jedoch erst bei unserem Rückflug herausgefunden, und irgendwie witzig, dass wir ahnungslos nur wenige Meter entfernt auf jeden Komfort verzichtet hatten.

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    mit Blick gen Meer

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    Menschenzüge mit Kurs zum Meer

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    Am nächsten Morgen ging der Flug aber pünktlich nach Labuan Bajo, und die kleine Propellermaschine bot uns einen großartigen Blick über Bali, Lombok, die Gilis, Sumbawa uvm., ganz großes Kino aus der Vogelperspektive. Der Flughafen in Labuan Bajo, der auch Komodo Airport genannt wird, war dann total süß und klein, es landete immer nur genau ein Flugzeug, welches dann entladen und anschließend wieder beladen wurde und wieder abdüste. Großartig strenge Regeln gab es hier nicht, nach dem Einchecken (ohne Körperkontrolle etc.) konnte man jederzeit wieder raus und Spaziergänge auf dem Rollfeld waren ebenfalls problemlos möglich.

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    Der Komodo Airport präsentiert sich so, wie man sich eben einen Flughafen auf einer kleinen tropischen Insel so vorstellt.

    Laut dem Bericht im Rough Guide hatten wir mit Labuan Bajo eigentlich eine boomende Touristenstadt erwartet, was es aber definitiv nicht war. Eigentlich war überhaupt nix los, und der Standard (was Unterkunft, abwechslungsreiches Essen und Stadt- bzw. Straßenbild anging) war ziemlich niedrig, viiiiiel niedriger als in Bali, vielleicht sogar niedriger als in Laos oder Kambodscha, zumindest vergleichbar. Wir zogen nach unserer Ankunft am Vormittag direkt los, um uns einen Komodo-Trip für den nächsten Tag zu buchen, denn inzwischen waren wir schon etwas unter Zeitdruck geraten. Unsere Visa für Indonesien liefen in nur wenigen Tagen aus, und in dieser Zeit wollten wir noch mindestens eine Komodo-Tour und eine Flores-Tour schaffen. Für eine zweitägige Bootstour auf die beiden Inseln Rinca und Komodo (zwei kleine Inseln neben Flores und der einzige Lebensraum weltweit der einzigartigen Komodowarane bzw. komodo dragons, wie es im Englischen so schön heißt) musste sich nur noch eine mindestens vierköpfige Truppe finden, dann konnte es direkt am nächsten Morgen für 450.000 Rp pr. P. (entspricht etwa 38 Eur, inkludierte alles, auch Essen und Getränke, außer dem Eintritt in den Komodo Nationalpark und Mietgebühren für Schnorchelausrüstung) losgehen. Diese Truppe fand sich dann schnell und unkompliziert zusammen, denn wo treffen sich die Backpacker, wenn einen der Monsunschauer überrascht – richtig, an der nächsten überdachten Bude mit dem billigsten Bier.

    Am nächsten Morgen setzten wir also im Holzkahn mit siebenköpfiger Reisetruppe und dreiköpfiger Schiffsbemannung gen Komodo Nationalpark ab, und landschaftlich waren wir alle zutiefst beeindruckt, denn so großartige Ausblicke hatten wir gar nicht erwartet. Die See war spiegelglatt und tiefblau, die Berge und Inseln saftig grün, der Himmel zartblau mit weißen Wattewölkchen, die Sonnenunter- und -aufgänge malerisch schön, die Schiffsfahrt einfach aber angenehm, abwechslungsreich und allein das schon die Reise wert.

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    ein Meer, glatt wie gebügelt

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    saftige, grüne Berge

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    einfaches Bootsleben: Küche und „Bad“

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    Sonnenuntergang

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    Wohn-, Ess- und Schlafdeck

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    unser gemeinsames Nachtlager

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    Sonnenaufgang

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    … vom Sonnendeck aus bewundert.

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    Dörfer auf Stelzen, zu denen auf dem Landwege keine Straßen führen

    Traumhaft. Ein Erlebnis. Aber da war ja noch was. Der Grund unseres Kommens waren ja ursprünglich – wir erinnern uns – die Komododrachen gewesen. Und davon durften wir auf Rinca drei sichten, auf Komodo ganze zehn Stück. Eigentlich heißt es ja, dass die Drachen eher auf Rinca zu sichten sind – zwar ist die Population auf beiden Inseln etwa gleich groß (der Bestand wird insgesamt auf etwa 5000 geschätzt), Rinca ist aber einfach viel kleiner als Komodo. Unserer Gruppe jedoch wurde auf Rinca nur ein relativ kurzer Spaziergang auf einen Aussichtspunkt gewährt und das eigentlich geplante mehrstündige Trekking leider verwehrt. Grund war ein erst kürzlich ereigneter Unfall bzw. Angriff auf einen Wärter, was schließlich nicht gerade ungefährlich ist und auch dazu führt, dass die Komododrachen immer wieder an den Ort des Geschehens zurückkehren, was ihrer Jagdweise entspricht: oft reicht einfach nur ein Biss, damit das Opfer in den nächsten Tagen an den vielen Bakterien, die wirken wie ein Gift, stirbt. So kehren die riesigen, hungrigen Echsen immer wieder zurück, und deshalb war für uns aus Sicherheitsgründen derzeit keine Wandertour möglich. Und wer sich jetzt denkt „Um Himmels Willen, wer tut sich sowas denn freiwillig an?!“ – keine Sorge, auf den Inseln darf man natürlich nicht einfach so herumspazieren, sondern man kriegt ausreichend Guides zur Seite gestellt (für 50.000 Rp pro Begleiter), die zum einen für Sicherheit sorgen und zum anderen die Wege und die Komodos bestens kennen. Und was für ein ehrfurchtsgebietendes Gefühl, wenn man plötzlich diesen so riesigen (!!) Echsen gegenüber steht, die man bisher höchstens mal im Fernsehen gesehen hatte. Und sogar noch mehr hatten die Inseln zu bieten, von wunderschönster Flora und abwechslungsreicher Fauna (z.B. weiße Kakadus, flinke Makaken, behäbige Wasserbüffel und lustige einscherige Krebslein. Wilde Pferde soll es wohl auch geben, haben wir aber leider nicht gesichtet.) bis hin zu großartigen Ausblicken über das Meer mit seinen vielen kleinen Inseln.

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    Rinca Aussichtspunkt

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    kleinerer, etwa dreijähriger Drache…

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    … und hier die größeren Kaliber: ein ausgewachsenes Männchen, etwa drei Meter lang

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    Futter für die Drachen

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    Einen Badeausflug (auf die Angel Island) und zwei Schnorchelausflüge (einmal am pink beach, der zwar nicht pink war, aber die schönsten Korallengärten, größten Fischreichtum und zahlreiche Wasserschildkröten bei kristallklarem Wasser bot, und einmal am Mantapoint, wo wir dieses Mal aber leider kein Glück hatten) inkludierte der Trip auch noch, so dass wir alles in Allem wirklich zwei unfassbar schöne Tage auf dem Meer verleben durften.

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    Noch an selben Abend, als wir wieder in Labuan Bajo anlegten, traf sich die lustige Truppe bei günstigem Hefetrunk zusammen und schmiedete Pläne für die kommenden Tage, um in der verbleibenden Zeit noch so viel von Flores wie möglich zu haben. Und was für Pläne das dann waren und was dabei alles so passierte, das erfahrt Ihr beim nächsten Mal, wenn es wieder heißt: die Schocks on Tour.

    Danke für die Aufmerksamkeit und bis die Tage.
    LG, Simi & Waldi

    Tag 73/123: Die Gilis sind voll schön!

    Grüßt Euch Leute!

    Wir haben hier ein ganz großes Leckerli entdeckt und müssen daher unseren letzten Post noch etwas ergänzen, wonach wir Bali (zumindest den hochtouristischen Süden und Osten) für Budgetreisende weniger empfehlen konnten/wollten. Das stimmt so auch noch an und für sich, trotzdem lohnte sich der Flug nach Bali für uns ganz außerordentlich.

    Denn mit Nusa Lembongan waren wir wahrlich fündig geworden – wir berichteten: eine wunderbare kleine Insel östlich von Bali, lediglich von zwei kleinen Dörfern besiedelt und mit ganz wenig Verkehr (nur Roller und kaum Autos), wirklich sehr entspannt. Nusa Lembongan ist von Sanur (Bali) aus gut erreichbar mit dem local boat, das um um acht Uhr morgens für etwa 60.000 Rp (ca. 4,50 Eur) startet und recht ursprünglichen Fahrkomfort bietet (es ginge natürlich auch bequemer, schneller und teurer, je nach Geschmack). Nusa Lembongan wartet auf mit bunten Korallenriffen, durchsichtig-türkisem Meer (schnorcheln einfach ein Erlebnis!), super Mantaspots (!!), Traumstränden, Surfspots, toller Natur, viel Entspannung (manch einem vll. sogar zu viel, denn Partystimmung oder ähnliches wird hier weniger bzw. gar nicht geboten) und günstigem, sehr leckerem Essen. Es war uns ein wirklich besonderes Vergnügen.

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    Auf dem Weg zum ultimativ beeindruckenden und für uns unvergesslichen secret mantapoint.
    Es folgen nun die versprochenen Bilder hierzu.

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    Und es geht noch weiter: im Anschluss an Nusa Lemongan erlebten wir mit den wunderbaren Gilis (gili = kleine Insel) sozusagen unsere cherry on top. Diese drei kleinen Inselchen liegen praktisch zwischen Bali und Lombok bzw. der lombokschen Nordwestküste vorgelagert im südchinesischen Meer. Dementsprechend lässt sich auch konstatieren: während Nusa Lembongan kulturell Bali recht ähnlich und mehrheitlich hinduistisch geprägt ist, haben die Gilis mit Bali dagegen weniger gemein, sondern sind wie Lombok islamisch geprägt. Sehr abwechslunsreich und interessant also, das Inselhopping in Indonesien. Unsere Anreise auf die Gilis direkt von Nusa Lembongan aus war recht unkompliziert, mit dem Speedboat in weniger als zwei Stunden (pr. P. 550.000 Rp, ca. 42 Eur, inkludierte auch das Rückticket nach Bali), und bei niedrigem Wellengang und strahlendem Sonnenschein echt superangenehm, hat sogar richtig Spaß gemacht. Übrigens sind zumindest in der Regenzeit die Gilis nicht immer anfahrbar, die Häfen können wegen schlechtem Wetter und zu rauer See geschlossen sein. Dasselbe gilt auch für Abfahrten zurück auf Bali oder Lombok (könnte man durchaus einplanen, wenn danach Flüge oder ähnliches anstehen).
    Jedenfalls – die Gilis. Und bevor es dann heißt „Wieso habt Ihr nix gesagt?!?“ betonen wir gleich vorab: hierfür empfiehlt sich ausreichend (!!) Zeit einzuplanen. Warum? Weil einfach nur geil. Wieder einmal zeigte sich: die ausgetauschten Tips und Eindrücke unter Reisenden sind immer als subjektive Meinungen zu werten. Immer selber angucken lautet die Devise. So hatten wir zu den Gilis statements vernommen wie beispielsweise „Ach, zwei Tage für die Gilis reichen total“, über „länger als ein paar Tage braucht’s nicht, wird einem schnell fad“, bis hin zu eingeschworenen Gilis-Fans, von denen aber irgendwie nie so genau zu erfahren war, was denn nun so geil sei. In diesem Sinne können wir auch nur berichten, wie wir es empfinden, Ihr müsst es aber unbedingt selber ausprobieren: drei Gilis, zwischen 100 und 300ha groß, Population zwischen 400 und 900 Einwohner. Komplett ohne motorisiertem Verkehr (nur Radl und Pferde, sprich kein Lärm, keine vollgestopften Gassen), keine Polizei, dafür Schnorchel- und Tauchspots (Wasserschildkröten!). Auf Gili Trawangan gibt jede Menge Bars, magic mushrooms und Montags einen Rave im Blue Marlin. Gili Meno, die „honeymoonisland“, bietet Ursprünglichkeit, Ruhe und Bilderbuchstrände. Und unser Sahnestück: Gili Air (air = Wasser). Weniger Müll als auf Trawangan und belebter als Meno, mit einer Spacebar, die sich gewaschen hat (man hätte sie nicht schöner hinmalen können), einem unglaublichen Sternenpanorama (echt fast wie der Himmel auf Erden), superentspannten und coolen locals, einer netten Partykultur im Südosten (viel latin house, eine kleine Goagemeinde findet sich aber auch), zahlreichen niedlichen Strandbars und -restaurants unter Palmen, alles geschmückt und verziert mit Korallen und Muscheln, man genießt einfach eine friedliche und entspannte Atmosphäre. So decken die drei Gilis locker jeden Geschmack ab und sind v.a. in der Regenzeit der M e g a tip, da recht wenig los (gerade recht) und preislich recht günstig gelegen (im Gegensatz zur high season, wo die immer bekannter werdenden Inseln dann anscheinend so stark besucht sind, dass die Preise um 300% steigen und oft nur der frühe Vogel noch ein Zimmer ergattert). Regenzeit bedeutet aber auch Hochrisikozeit für Malaria auf den Gilis, weswegen wir ständig Mückenabwehr nutzen und uns diese doofe Prophylaxe antun, inkl. sämtlicher in der Packungsbeilage aufgelisteten Nebenwirkungen (als reine Vorsichtsmaßnahme, es gibt hier bei weiten gar nicht so viele Moskitos, wie wir anfänglich befürchtet hatten. Dafür gibt es hier alle möglichen riesigen Insekten, z.B. riesige Käfer, die sich plötzlich auf einem niederlassen. Und eine große Riesenechse von mind. 80cm haben wir in der Nachbarschaft auch schon gesichtet. Sehr natürlich geht’s also zu auf den Gilis. Dafür gibt es aus religiösen Gründen gar keine Hunde auf den Inseln, zur Abwechslung mal ganz angenehm. Man begegnet doch wesentlich lieber herumstreunenden Katzen als Hunden.). Jedenfalls – die Gilis sind wirklich sehr sehr sehr sehr schön. Wir überlegen jetzt schon, wann und wie bald wir hierher zurückkommen können. Denn „unglücklicherweise“ hatten wir für die Gilis nur eine Woche eingeplant und uns im Anschluss Flüge nach Flores gebucht. Ein Fehler, wie sich auf Gili Air rausstellte. Zumal das transkontinentale Buchungsprozedere eigentlich sowieso viel zu aufwändig war, es hätte uns eigentlich ein Omen sein können…

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    von links nach rechts: Gili Trawangan, Gili Meno, Gili Air, Lombok

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    Nach dem Regen auf Trawangan.
    Regenzeit bedeutet auf den Gilis zwar ab und zu mal Regen, aber 1. nur gelegentlich, und 2. auf keine unangenehme Weise, eher wie ein warmer Sommersturzregen (ähnlich wie die Regeneinstellung moderner Duschköpfe).

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    Bilderbuchstrände auf Meno

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    Regelrechte Korallenstrände finden sich leider auf allen drei Gilis, Nachwehen des El Nino.

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    Die Einheimischen sind wirklich ziemlich lässig drauf und sehr humorvoll.

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    Gili Air

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    Regenzeit bedeutet auch Vorbereitungszeit auf die high season.

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    Air ist in ca. einer Stunde traumhaften Strandspaziergang umrundet.

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    Großartig.

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    Und wer es schafft, sich von den Gilis noch vor Ablauf seines Visums loszureißen, für den lohnt sich vielleicht noch ein Besuch auf Lombok, der östlichen Nachbarinsel Balis. Etwa gleich groß und an ihrem nahesten Punkt nur 35km von Bali entfernt, ist sie wohl ähnlich schön (Lombok bietet ebenso Schnorchel- und Surfspots oder Trekking auf Vulkanen) und trotzdem sehr unterschiedlich, mit seiner eigenen Flora und Fauna, mehrheitlich muslimisch bevölkert, weniger entwickelt, touristisch und vermüllt als Bali – klingt eigentlich gerade super. Wir können heute selber nicht genau sagen, wieso wir Lombok nicht bereist haben.

    Für uns geht es dafür weiter auf die nächste Insel: Flores. Mit gut 15.000km² ist Flores fast um das Dreifache größer als Bali, aber um einiges weniger bekannt, besiedelt (Bali ca. 4 Mio Einwohner, Flores ca. 1 Mio) und entwickelt. Viele Reiseberichte gibt es zu Flores noch nicht, und wir freuen uns auf die nächste indonesische Insel, diesmal mit fast ausschließlich christlicher Bevölkerung (durch portugiesische Missionierung vor der niederländischen Kolonialisierung), weiteren spektakulären Vulkanen, nur einer einzigen geteerten Straße von West nach Ost und (von Labuan Bajo aus) nur noch wenige Bootsminuten Entfernung zur den weltberühmten Inseln Komodo Islands – unser Abenteuer geht weiter! Auch wenn wir die Gilis wirklich nur schweren Herzens verlassen… Aber, die Reise muss weitergehen! Wir lassen dazu wieder was hören bei Gelegenheit… Bis die Tage!

    LG, Simi & Waldi

    Tag 66/123: Bali, Du machst uns fertig

    So da la, Schritt 4 – Indonesien:

    • Nach der Einwohnerzahl (242 Mio) das viertgrößte Land der Welt,
    • mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt,
    • und mit über 17.000 Inseln der größte Inselstaat der Welt. Nur ca. 1000 sind davon bewohnt, zu den Hauptinseln zählen Sumatra, Borneo, Java, Sulawesi und Bali.
    • Die ehemalige niederländische Kolonie ist heute eine Präsidialrepublik,
    • und im HDI-Ranking auf Platz 126.

    Aus unterschiedlichen Gründen hatten wir uns zunächst dazu entschlossen, das mit ca. 5500km² (ca. doppelt so groß wie das Saarland) relativ kleine und, im Gegensatz zum restlichen Indonesien, hinduistische Bali zu bereisen.
    Tja, und vor Ort lässt sich nun berichten: Bali ist der absolute WAHNSINN. Paradiesische Natur, so schön, dass man es kaum fassen kann, und Balinesen, die einen gnadenlos in den Wahnsinn treiben, so schlimm, dass man oft nur noch flüchten möchte – eine solche Penetranz haben wir bisher noch nicht erlebt. Ganz schnell haben wir gelernt: auf Bali ist NICHTS umsonst, nicht einmal ein nettes Wort, denn für die geschäftstüchtigen Balinesen sind wir Touris nichts mehr als lebendige Geldbeutel. Und um an ihre Beute zu kommen, legen die Balinesen die unterschiedlichsten Taktiken an den Tag: vom aufdringlich-heulenden Gebettel um einen Kauf von Irgendwas, über aggressiv-lautstarkes Anpreisen der günstigsten Preise, bin hin zum vertrauten Plauderton (die Konversation, die auf nett und interessiert getrimmt ist, startet in der Regel mit der Frage, woher man sei – aha Deutschland, super, da lässt sich der Preis gleich mal weiter oben ansetzen. Im nächsten Schritt wird unauffällig abgecheckt, was man dem dummen Touri alles andrehen könnte: „Where are you going?“, „What are your plans for tomorrow?“, „Do you like xy?“) – alles läuft immer auf ein Verkaufsgespräch raus (bzw. Abzocke – erst im fünften Anlauf wird ein annehmbarer Preis genannt, bis dahin ist einem aber bereits die Lust auf alles vergangen. Und mit versteckten Extrakosten wird’s auch gerne probiert. Wenn das nicht zieht, dann kommt die Story von den vielen kleinen Kindern, die zu Hause auf Essen warten. Usw…), ob man möchte oder nicht, und diesem zu entgehen ist wirklich eine besondere Herausforderung, die einem leider ganz schön auf die Laune schlagen kann. Was wir in den wenigen Tagen auf Bali schon alles für Abzocken berichten könnten! Zumal hier gerade Regenzeit ist (wir hatten unseren ersten Regen seit über acht Wochen!) und damit low season – zwar schonen die um 30 bis 50% niedrigeren Preise (für Übernachtung, Restaurants, Verleih, usw.) bedeutsam unsere Geldbeutel, leider aber auf Kosten unserer Nerven. Denn auf einen Touri kommen jetzt etwa fünfmal so viele Balinesen, deren hauptsächliche Einnahmequelle nun mal genau dieser darstellt. Dabei könnte alles so wunderschön sein: menschenleere Strände, türkisklares Meer, eine unvergleichliche Pflanzen- und Naturvielfalt, leckeres Essen, wunderschöne Hindutempel, tolle Kunstmärkte. Leider artet es oft mehr in ein Katz-und-Maus-Spiel aus, in dem wir 24/7 von Taxifahrern und den unterschiedlichsten Schleppern, Verkäufern und Abzockern gejagt werden. Diese ständige Berg-und-Talfahrt aus den wunderschönsten Orten dieser Erde und dem ständigen Gefühl, schamlos abgezockt zu werden, fühlt sich oft leider gar nicht mehr nach Urlaub an, und so ist Bali mit Sicherheit kein Ort, den wir gerne Freunden empfehlen würden. Leider, leider, denn eigentlich ist Bali wirklich ein Paradies.

    Kuta Beach
    … im Süden Balis ist ein enger, wuseliger Touri-Ort (jede uns bekannte Fast-Food-Kette findet sich hier in vierfacher Ausführung), nur wenige Autominuten vom Flughafen entfernt, an dem man genau zwei Sachen (diese aber besonders gut) machen kann: Party (wer auf Bars und Magic Mushrooms steht) und surfen (vom Anfänger bis zum Profi), die Wellen sind hier am langen Strand der Wahnsinn. Das war’s dann aber auch, denn baden ist kein Vergnügen in dem vermüllt-verdreckten Wasser, und sonnenbaden ist durch die vielen Java-Touris, die extra von der großen Nachbarinsel anreisen, um weiße Europäer zu beglotzen und abzufotografieren wie Zootiere, auch nicht wirklich entspannend. Die unglaublich frechen, aufdringlichen und brutalen Kinderbettelgangs am Strand erledigen dann den Rest bzgl. der Urlaubsstimmung. Leider haben wir an diesem Ort fast eine ganze Woche verbringen „müssen“ (klar, es gibt schlimmeres – aber auch definitiv schöneres!), da Simi nach zwei Tagen surfen im Meermüll krank geworden ist und ein paar Tage das Bett hüten musste. Abschließen konnten wir unseren Besuch in Kuta Beach mit einem Treffen unter guten Freunden aus München, MANN das hat sooo gut getan!

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    Surfständer statt Radständer beim Mci

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    zwei Surfunfälle

    Ubud
    … als zentralgelegenes, kulturelles Zentrum Balis ist ein entspannterer (und günstigerer) Künstlerort mit einem heiligen Affenwald als Hauptattraktion (boar, sind die Äffchen frech!), einer elefant cave (Vorsicht: Abzocke! Sarongs gibt’s am Tempel für umme, auch wenn die 30 Sarongstände vor dem Eingang was anderes behaupten), einigen sehr geschmackvollen, einladenden Restaurants im Stadtkern und vielen sehr schönen Reisterrassen in der Umgebung – nach Kuta Beach war uns das hübsche Ubud mit seinen wunderschönen Gässchen und Tempeln, Schluchten und Dschungel wahrhaft wie ein Paradies, traumhaft schön und künstlerisch süß, fast wie ein balinesisches Pai. Die Balinesen zeigen generell viel Geschmack und legen großen Wert auf Schmuck und Kunst, vom Körperschmuck wie Tätowierungen, über stilvolle Bekleidung wie kunstvolle, traditionelle Sarongs, bis hin zur Malerei und Bildhauerei. Bei allem südostasiatischen Flair (z.B. Müllverbrennung, Hahnenkämpfe, Chaosverkehr und Reishüte) sind die Balinesen doch sehr anders und zeigen viele eigene Traditionen, total interessant: Bali ist die einzige Region außerhalb Indiens, Nepals und Mauritus‘ mit einer hinduistischen Bevölkerungsmehrheit und wird auch das „Land der tausend Tempel“ genannt. Neben einer Vielzahl aufwendig gestalteter Tempel selbst in den abgelegensten Regionen der Insel besitzt noch jedes Haus und weitere markante Punkte (wie Straßenkreuzungen, Ortseinfahrten oder Banyanbäume) Kleintempel. Von den Speisen des Tages wird täglich geopfert, bevor die Menschen davon essen. Ebenfalls bemerkenswert: seit vielen Wochen haben wir mal wieder Zeitungen in den Händen gehabt, Kopfrechnen bereitet den Balinesen kein Kopfzerbrechen, und auf den Toiletten gibt es fast immer Sitzbrillen, fließende Spülung und Toilettenpapier.

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    traditionelle balinesische Masken

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    im monkey forest

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    Ubud

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    um Ubud

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    Gottesanbeterin

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    traditionell-balinesische Tanzaufführung

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    elefant cave

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    Padangbai
    … liegt im östlichen Bali und verfügt über einen Hafen mit Anbindung zu den Gili Islands, deren Häfen wiederum leider zur Zeit unseres Besuches aufgrund einer Schlechtwetterfront geschlossen und nicht anfahrbar waren. Padangbai an sich ist weder ein besonders sehens- noch empfehlenswertes Örtchen, seine blaue Lagune sowie der kleine, versteckte white-sand- und der lange black-sand-beach sind aber durchaus wunderschöne Reiseziele, die zum Rumhängen, Schnorcheln (WOWI – ganz großes Unterwasserkino, aber ordentlicher Wellengang, der zu temporärer Seekrankheit führen kann) und mehr einladen, definitiv sehr erlebenswert.

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    Abendessen an der blue lagoon

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    white-sand-beach

    Von Padangbai aus starteten wir dann einen Tagesausflug zum Gunung Batur, einer der bekanntesten und immer noch aktiven Vulkane Balis mit vier Kratern und einem großem Kratersee (Danau Batur). Wunderschön, aber nach mehreren Abzocken und -versuchen (beim Bezahlen des Eintritts, beim Essengehen, bei der „Plantagenbesichtigung“, beim Bezahlen des Taxifahrers, beim Suchen eines Guesthouses), fragt man sich schon ernsthaft, ob es das wirklich wert ist.

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    Aussichtspunkt Ostbali

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    die vier Krater des Gunung Batur

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    balinesische Zeremonie

    Sanur
    … ist sozusagen als Gegenstück zu Kuta Beach eher ein gemächlicherer und vermehrt von Senioren aufgesuchter Badeort, und für uns das Sprungbrett auf die mit dem public boat ca. 80 Minuten entfernte Insel Nusa Lembongan. Und mit dieser Insel sind wir wahrhaft fündig geworden, klein (ca. 10km²) und sehr fein: türkisklares Meer, weiße und traumhafte Sandstrände, bunte Korallenriffe, Nemo und Mantarochen (und schnorcheln mit neun Mantarochen, einem ganzen Schwarm, unvorstellbar, Wahnsinn²!!! Ins Wasser gesprungen, stockt einem der Atem und das Herz klopft bis zum Anschlag, wenn man diesen riesigen Viechlein gegenüberschwebt. Mit ihren weit geöffneten Mäulern kommen die friedlichen Meerestiere direkt auf einen zugeschwommen, bis man nur noch die Hand auszustrecken braucht, drehen dann kurz vor einem ab oder schwimmen unten einem durch. Wir hatten einen großartigen sonnigen Tag und einen super Spot erwischt, wo die Mantas nahe der Wasseroberfläche ihre Kreise zogen. Simi wurde beim Wellengang wieder etwas übel, sie hat den Mantas ins Wohnzimmer gekotzt. Und unser Captain war ein real Hindu, der sich nicht ins Wasser traut, denn die Hindus glauben, dass im Meer die Dämonen wohnen. Deswegen ist übrigens auch der balinesische Neujahrstag am 12.03. der sogenannte silent day, an dem alle Geschäfte geschlossen haben, alle Lichter aus sein müssen und die Menschen ihre Häuser nicht verlassen dürfen, damit die Dämonen aus dem Meer die Insel praktisch übersehen und vorbeiziehen.), Mangrovenwälder, Surferspots, Dschungel, leckeres Essen, das alles m e g a günstig (z.B. frische, gegrillte Calamari für 2 € oder unser baufrischer Luxusbungalow mit stylischem Bad und Glasfront mit wunderbarem Blick auf das türkisblaue Meer für nicht mal 14€ pro Nacht – ein HOCH auf die low season!!) und eeeendlich Entspannung pur (die Lembonganer sind so viel cooler als die Balinesen was ihr Verkaufsgebaren angeht): hier fühlt sich’s echt an nach Honeymoon, diese Insel lässt kaum Wünsche mehr offen, es ist einfach traumhaft.

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    mit dem public boat von Sanur nach Nusa Lembongan

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    wichtigste Einkommensquelle neben dem Tourismus auf Nusa Lembongan: „Siwi“ (abgeleitet von seaweed, Seetang)

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    unser Meerblick aus unserem Bungalow, der einfach nur glücklich macht

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    sunset cliff in der Nähe des secret Mantapoint

    [Manta-Foto wird nachgereicht]

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    dream beach, einer von mehreren wunderschönen Stränden auf Nusa Lembongan

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    der tollste Pool, in dem wir je plantschten

    Hier bleiben wir noch ein paar wunderbare Tage, bevor es wieder weitergehen wird – wahrscheinlich auf die Gilis. 🙂 Wir halten Euch auf dem Laufenden!

    Bis die Tage!
    LG, Simi & Waldi

    Tag 55/123: Fledermausjagd, Angkor Wat und Schritt 4

    Battambang
    Wir standen kurz vor dem Abschluss unseres dritten Schrittes durch Asien, als wir nach Battambang fuhren. Die Kleinstadt im Westen Kambodschas ist, damit hatten wir gar nicht gerechnet, ein für hiesige Verhältnisse sehr gepflegtes Örtchen (es gibt hier ganz offensichtlich eine regelmäßige Müllabfuhr) mit einigen sehenswerten Sights in der Umgebung (bambootrain, schöne Tempel, killing cave, …). Wir hatten unseren Besuch jedoch relativ kurz gehalten, weil wir inzwischen schon etwas müde von Kambodscha waren (wir berichteten: die furchtbarsten Busreisen, übelste Vermüllung und nervig-aufdringliche Tuk-Tuk-Fahrer & Co) und uns kurzerhand für den 16.02. einen günstigen Flug nach Bali / Indonesien gebucht hatten. Deshalb beschränkten wir unsere Unternehmungen in Battambang hauptsächlich auf den Grund unseres Kommens, nämlich ein wahres Naturspektakel: in der Nähe eines Bergtempels an der killing cave, etwa 15km von Battambang entfernt, gab es wohl eine Höhle, aus der abendlich mit dem Sonnenuntergang Millionen von Fledermäusen in die Nacht ziehen sollten. Da leider alle Roller für etwaige Erkundungstouren am frühen Nachmittag bereits verliehen waren (das Rollerfahren vermissten wir schon sehr!), mieteten wir uns für die Abendstunden einen Fahrer und sein schepperndes Tuk-Tuk an. Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang erreichten wir die Höhle und setzten wir uns vor die Öffnung in der steinernen Wand des Berges, um auf den Fledermausauszug, auf den wir schon ziemlich gespannt waren, zu warten. Etwa um 17:30 Uhr war immer noch überhaupt nichts von einem Naturspektakel zu sehen, ein Einheimischer erklärte uns augenzwinkernd, dass die Fledermäuse heute wohl aufgrund des chinesischen Neujahrs bissle länger schlafen und deswegen etwas später kommen könnten. Nach etwa einer Stunde Wartens regte sich dann langsam was, und auf einmal ging es los: ein für viele, viele Minuten nicht enden wollender, riesiger Schwarm Fledermäuse flog aus der Höhle und schlängelte sich in die Nacht – absolut beeindruckend.

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    das isst er tatsächlich gerne

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    … würdet Ihr?

    Siem Reap
    Nach dem Naturspektakel stand dann mit dem Angkor Wat, dem Wahrzeichen Kambodschas und der größten Tempelanlage der Welt, das kulturelle Highlight auf unserem Programm. Die Ortschaft Siem Reap, etwa von 5km vom Angkor Wat entfernt, stellt dabei ein gutes Sprungbrett für die auf 200km² verteilten 100 Tempelanlagen dar und ist dementsprechend einer DER Touri-Hotspots in Südostasien überhaupt. In Siem Reap ist unglaublich viel los, es gibt es mehr Guesthouses als Tempel in Angkor Wat (und das will wohl was heißen), mehrere große night markets und viele Bars, die massenhaft Touris anziehen, und unglaublich viele Khmer mit dem Ziel, möglichst viele dieser Tourimassen zu ihren Kunden zu machen. Angequatscht wird man mehrmals pro Minute von Tuk-Tuk-Fahrern, ob man jetzt oder morgen Bedarf hätte, von MasseurInnen, die Massage + Freibier für einen Dollar anbieten, allen möglichen Verkäufern von Klamotten über Souvenirs bis hin zu Getränken und anderen Lebensmitteln, die einem um einen Kauf regelrecht anbetteln, und hartnäckigen Bettlern mit den unterschiedlichsten Maschen. Trotzdem (bzw. gerade deswegen) ist Siem Reap eine gepflegte und saubere (wir haben eine richtige Müllabfuhr gesichtet!) Kleinstadt, die zur Abwechslung mal wieder richtig gut tut, mit einem schönen Flüsschen und schönen Tempeln und einem wahnsinnigen, kambodschatypischen Verkehr, in dem der Stärkere (bzw. der Schnellere) Vorfahrt hat (was nicht immer eindeutig zu klären ist und daher oft in Unfällen endet) – ein Kapitel für sich, wie hier der Verkehr funktioniert: Fahr- und Richtungsspuren ebenso wie Mindestabstände existieren nicht wirklich, ständig wird überholt (von rechts und links, egal ob Gegenverkehr oder nicht), in Hauptstraßen wird ohne zu gucken eingebogen, beim Linksabbiegen fährt man zunächst, ohne dabei das Tempo zu verringern, auf die linke Spur in den Gegenverkehr und zieht dann bei Gelegenheit auf die rechte rüber, bei Kreuzungen fahren alle gleichzeitig in die Mitte, es verstopft kurz, millimeterweise wird sich dann rücksichtslos vorgedrängelt, bis es abschließend wieder weiter geht – u n v o r s t e l l b a r.

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    Im Angkor Wat dagegen (Tagesticket pro Person 20 Dollar + Extragebühren für Toiletten ohne Waschbecken, Spülung, Seife oder Klopapier, also ein Ort, an dem man sich nicht mal übergeben möchte) ist der Verkehr nur für Tuk-Tuk-Fahrer, Reisebusse und Radl freigegeben (was ihn nicht unbedingt harmloser macht), d.h. Rollerausleihen und – fahren nicht erlaubt, so dass wir uns einen Tuk-Tuk-Fahrer anmieten mussten (16 Dollar), der uns um 5:00 Uhr morgens (ja, das haben wir geschafft) abholte, denn wir hatten beschlossen (u.a. aufgrund unseres günstigen Fluges nach Bali), uns in Angkor Wat auf die bekanntesten Programmpunkte zu beschränken: Sonnenaufgang am Angkor Wat und Besichtigung von Angkor Thom (v.a. dem Bayon-Tempel) und Ta Prohm, dem sogenannten Tomb-Raider-Tempel. Jeder Tempel stand einst für einen König, die sich stets eine neue Stadt neben der bisherigen anzulegen pflegten, deren Zentrum wohl die Tempel bildeten (Angkor = Stadt, Wat = Tempel). Im Mittelalter, zu einer Zeit, als in Rom etwa 50.000 Menschen lebten, zählte das Khmerreich um Angkor Wat schätzungsweise über eine Millionen Khmer. Besonders nennenswert sind neben den bis heute unterschiedlich gut erhaltenen tausenden von Tempeln und Heiligtümern (nur den Göttern war der Bau aus Stein vorbehalten, dem Menschen dagegen nur Holz, daher sind heute nur noch Tempel und keine weiteren Stadtanlagen mehr erhalten) die großen Wassersysteme, mit denen die Menschen damals drei mal im Jahr riesige Reisernten möglich machten, um damit zum einen die große Bevölkerungsmenge zu versorgen, und zum anderen eine mächtige Handelsinstanz werden zu können. Bei unserem Besuch (zufällig am Valentinstag) war es ein unglaublich heißer Tag und unglaublich wahnsinnig viel los, denn das chinesische Neujahrsfest (das mehrere Tage lang dauert) geht am Valentinstag zu Ende und neben den westlichen Tourismassen reisen zu dieser Zeit zusätzlich zahllose Besucher aus Kambodscha, Vietnam, China, Thailand und Laos an. Die Verkäufer auf dem Areal betteln einen schon von weitem um den Kauf schamlos überteuerter gekühlter Getränke, Klamotten und Souvenirs an, und so war uns unser Tag im Angkor Wat recht lang und anstrengend. Es war aber natürlich trotzdem ein Erlebnis, sehr sehr beeindruckend, am allerbesten und tollsten hat uns der Ta Prohm gefallen, in dem sich die Natur bildgewaltig über riesige tropische Holzwüchse das Ihrige zurückholt.

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    j e d e n Morgen dasselbe Spiel: das Gerangel um den besten Schuss

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    weltberühmt: Sonnenaufgang am Angkor Wat

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    Angkor Thom

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    Elefantenterrasse

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    Bayon

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    Valentinstag

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    Ta Prohm

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    Schritt 3
    Und damit wurde das Kapitel Kambodscha erstmal geschlossen. Zum Abschluss gab es noch einmal eine grausame Busfahrt nach Bangkok: zunächst war der große Reisebus so überbucht, dass zusätzlich noch ein weiterer Reisebus + ein Minibus rangekarrt werden mussten (ganz knapp fehlkalkuliert). Natürlich musste auch für diese Reise wieder ein willkürlich anmutender Chinesischer-Neujahrs-Zuschlag berappt werden. Die Grenze Kambodscha – Thailand überquerten wir zu Fuß, und warteten dann etwa eine Stunde auf der thailändischen Seite, etwa 100 Leute, alle ohne irgendwelche Infos. Irgendwann kam dann ein großes Tuk-Tuk an und beförderte uns alle nach und nach etwa 3km weiter, wo wir erneut eine Stunde und ohne irgendwelche weiteren Infos warten mussten. Auf Simis Nachfragen hin (kein Hexenwerk sondern Fragen wie: Mit welchem Bus fahren wir? Wann ist Abfahrt? Wann ist Ankunft?) erntete sie die ersten Male nur ein höhnisches Lachen. Auf energischere Nachfragen hin wurde sie sehr unhöflich abgewiesen, immer noch hatte niemand Infos, wann und wie es weitergehen sollte. Und als Simi nicht locker lies, wurden wir irgendwann mal extrem eng und unbequem in einem Minivan untergebracht – immerhin waren wir dann also unterwegs. Wie gesagt: in Kambodscha ist das Reisen größtenteils kein Vergnügen. Kommt der Bus irgendwo an, wird man bereits beim Aussteigen (man kommt nicht mal aus der Tür raus) von zig Tuk-Tuk-Fahrern belagert, die einem irgendwelche laminierten Tagesausflugsvorschläge superaufdringlich unter die Nase halten, so dass einem direkt alle Lust vergeht. Ständig fühlt man sich abgezockt und verarscht, um jeden Schmarrn muss man handeln. Gängiges Prozedere sind Busfahrer, die Rastbuden befreundeter oder verwandter Khmer ansteuern, auch wenn die Fahrt erst vor zehn Minuten losging, um eine 20minütige Pause abzuhalten, damit die Touris dort möglichst viel Kohle lassen (natürlich bei vergleichsweise vollkommen überteuerten Preisen). Oder der Busfahrer hält irgendwo, weil er private Dinge zu erledigen hat, jemanden kurz besuchen beispielsweise, wo dem Touri dann nicht mal eine Einkaufsmöglichkeit oder Toilette zur Verfügung steht, man wartet und wartet und wartet halt einfach, bis Mr. Busfahrer die Weiterfahrt genehm ist. Eigentlich ist Kambodscha ein wundervolles Paradies, dass von den Khmer leider lieblos vermüllt und abgerodet wird, keine Ahnung, wo das enden soll. Unser Gejammer darf man aber nicht missverstehen: Kambodscha hat durchaus einiges zu bieten. Wenn man jedoch Natur, Service und „Sauberkeit“ aus Thailand oder Laos erlebt hat, ist Kambodscha einfach auf die Dauer ziemlich anstrengend – zumindest ging’s uns so. Insgesamt galt aber für die drei Nachbarländer: SAME SAME, BUT DIFFERENT. 🙂

    Schritt 4
    Genau das gilt jedoch nicht überhaupt für Indonesien, das ist eindeutig different. Wir sind nun seit zwei Nächten und drei Tagen auf Bali, um genau zu sein auf Kuta Beach, und wer schon mal hier war, der weiß was jetzt kommt: spontan sind wir unter die Surfer gegangen und haben schon unsere ersten Wellen gecatcht, jiha! Anzunehmen, dass wir wohl die nächsten Wochen viel Zeit im Wasser verbringen werden. Weitere Details folgen in Kürze…

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    Tag 47/123: Alles roger in Kambodscha

    Seit Wochen sind wir schon unterwegs und nun das erste Mal am Meer: Koh Tonsay oder auch Rabbitisland genannt (leider konnte uns bisher niemand erklären, weshalb – Hasen waren weder zu sehen, noch standen sie auf der Speisekarte) ist ein hervorragender Platz, um das Nichtstun zu genießen. Die Insel im Süden Kambodschas ist recht klein und in weniger als zwei Stunden zu Fuß oder mit dem Kajak umrundet. In Familienbetrieben werden ein paar Bungalows direkt am Strand an die spärlichen Besucher vermietet (Ausnahme: das chinesische Neujahr am 10.02., wo viele Khmer aus der Hauptstadt anreisen, um einen Tag mit der Familie am Strand gemeinsam zu essen, trinken und baden). Die Sonne scheint heiß, die Brise weht angenehm und das Meer ist pieselwarm – hier wird das Tempo deutlich rausgenommen: man faulenzt in Hängematten am Sandstrand und lässt es sich bei pflückfrischen Kokosnüssen und fangfrischen Krebsen richtig gutgehen.

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    mit dem Boot von Kep nach Koh Tonsay

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    unser Luxusbad mit fließend Wasser

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    auf Bestellung werden Krabben lebendig dem Korb im Meer entnommen

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    et voilà: Kep crab

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    mit Stock und Stein mussten wir uns gegen revierbildende, aggressive Hunde wehren

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    Unsere abwechslungsreiche Reise ist uns bisher wirklich ein Genuss: wir werden verwöhnt von wunderschönster Natur und tollsten Eindrücken an den vielen Orten, an die uns unsere Reise schon hinführte, erleben freundlich-entspannte Einheimische und andere Backpacker, genießen das gemeinsame Reisen und das Leben als frischgebackenes Ehepaar, und nicht zuletzt: nicht arbeiten, nie putzen, nie kochen – nichts müssen!! 🙂 Mitunter kann’s aber auch schon mal etwas anstrengend werden, wenn wie bei uns die Reise das Ziel ist: alle paar Tage stundenlange Busreisen, infernale Hitze, Müll, üble Gerüche und mehr als mangelnde Hygiene. Ständig das pushy Angelaber von Tuk-Tuk-Fahrern (einen 15 Minutenweg zu Fuß zurückzulegen, und das auch noch gerne, stößt hier auf vollkommenes Unverständnis) und allen möglichen Geschäftsleuten, die dem Touristen jeden Service anbieten möchten – oft schwierig und auf Dauer etwas nervig, die alle höflich und schnell loszuwerden. Manchmal schwärmen wir von Waldis Wurstsalat, einem gescheiten Schnitzel, Schweinsbraten oder Salami (so ’n Roadtrip durch Italien, das wär’s doch..), die wir uns gedanklich auf der Zunge zergehen lassen, träumen von einem richtigen Laden oder unserem eigenen, gemütlichen Bett in der schönen Au. Und wir freuen uns heute schon, das dürft Ihr uns glauben, so richtig auf unser Wiedersehen mit Euch, unseren Lieben! Aber bis dahin haben wir freilich noch einiges vor: eben sitzen wir (mal wieder) im Bus nach Battambang zur Fledermausjagd, übermorgen fahren wir ins nahegelegene Siem Reap, um von dort aus zum Angkor Wat & Co zu springen (ein MUST-SEE für jeden Kambodscha-Reisenden und sozusagen das einzige MUSS auf unserer Reise), und danach werden wir fliegen – nach Indonesien, so viel steht fest. Ob nun Bali, Sumatra, Java oder Flores, das entscheiden wir nach Lust und Laune (und guten Tips). Das ist auch so ein Punkt, der Wahnsinn ist: bleiben, wo’s einem gefällt, weiterfahren, wann und wohin man mag, es gibt keinen Plan, der eingehalten werden muss, es gibt nur Wünsche – und in Südostasien sind viele Wünsche erfüllbar!

    Gut, die kreischenden kambodschanischen Sketche während der bereits endlosen Busfahrt lassen sich nicht so einfach wegwünschen (seit 13 Stunden sind wir schon unterwegs, vor zwei hätten eigentlich ankommen sollen, Battambang weit und breit noch nicht in Sicht). Wir würden uns auch sehr darüber freuen, wenn die Klimaanlage den Bus nicht auf deutsche Wintertemperaturen runterkühlen und wir nachher schnell und günstig in einem Guesthouse unterkommen würden. Angeblich ist aber schon wieder high season, da schon wieder Neujahr (lustig, bis vor kurzem wurde man, egal wo man hinkam, immer noch mit „Happy new year!! begrüßt. Jetzt heißt es überall „Happy chinese new year!“). Aber bald haben wir’s geschafft (die Hoffnung stirbt zuletzt und der Bus schiebt sich vielversprechend und erbarmungslos hupend am Verkehr vorbei) und werden dafür sicherlich wieder belohnt mit neuen, erlebenswerten Eindrücken – wir halten Euch auf dem Laufenden!

    Bis dahin – macht’s gut!
    Liebe Grüße, Simi & Waldi

    Tag 43/123: Phnom Penh

    Guten Tag liebes Tagebuch / liebe Leser!

    Mit Phnom Penh (1,5 Mio Einw.) besuchten wir nach Bangkok (8,5 Mio Einw.) und Vientiane (250.000 Einw.) unsere dritte südostasiatische Hauptstadt. Wie darf man sich eine Hauptstadt eines Landes vorstellen, dass heute im HDI (Human Development Index) hinter Indien und Laos auf Platz 139 liegt bzw. eines Volkes, das von 1975 bis 1978 von den Roten Khmer aus ihrer Hauptstadt fast vollständig vertrieben und in Massen ermordet wurde?

    Kurzer Hintergrund zu den Roten Khmer:
    Der Name der maoistischen-nationalistischen Guerillabewegung leitete sich von der generellen Bezeichnung der kambodschanischen Ethnie, der Khmer, ab. Nach der Machtübernahme 1975 der Roten Khmer, die die Gesellschaft mit Gewalt in einen Agrarkommunismus überführen wollten, wurde ein Bauernstaat ausgerufen und die gesamte Bevölkerung (ausnahmlos, auch Kinder, Alte und Kranke) zum Arbeitsdienst gezwungen, ganz Kambodscha war ein großes Arbeitslager. Schulen wurden geschlossen, Bildung verboten, Religion abgeschafft, Intellektuelle umgebracht. Die Roten Khmer begannen eine neue Zeitrechnung mit dem Jahr 0 und versuchten alle Erinnerungen an die alte Zeit durch Zerstörung von Zeugnissen aller Art (Tempel, Schriften, …) auszulöschen. Bis sie 1978 von vietnamesischen Invasionsgruppen vertrieben wurden, ermordeten sie in den 3,5 Jahren ihrer Macht etwa zwei Millionen Khmer. Nach 1978 agierten sie noch etwa 20 Jahre lang als Untergrundbewegung, bis sich die Roten Khmer 1998 endgültig auflösten.

    Ganz aktuell trauert Kambodscha, heute eine konstitutionelle Monarchie, um seinen ehemaligen König Sihanouk, der bei der Bevölkerung große Beliebtheit genossen hatte. Seit Tagen ist der Royal Palace in Phnom Penh geschlossen und der Verkehr im Stadtgebiet um den königlichen Palast gesperrt. Die Trauerfeier dauert mehrere Tage und wird durchgehend im kambodschanischen Fernsehen ausgestrahlt, jeden Abend um 20:00 Uhr hörten wir die Kanonenschüsse.

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    Trauerfarbe weiß

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    Royal Palace

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    Trauerzeremonie

    Ja, und so stellt sich Phnom Penh also dar: chaotisch, exotisch, schillernd. Schön gelegen am Zusammenfluss von Mekong und Tun La Sap, mit einem Verkehr, in dem man sich stets gejagt fühlt, einem heiß-schwülem Klima, in dem man sich ständig fühlt, als hätte man sich mit Kleber eingecremt, freundlichen Khmer, friedlichen Tempeln und schönen Palästen. Die dynamische Großstadt verbindet asiatische Tradition mit aufstrebendem, modernem, westlichen Lifestyle. An unserem zweiten Tag in Phnom Penh lernten wir „Peter Cambodian“ kennen, einen freundlichen Tuk-Tuk-Fahrer und Zeitzeugen (er war 10 Jahre alt als seine Familie enteignet wurde), der uns dann am folgenden Tag seine Stadt etwas näherbrachte. Wir erkundeten gemeinsam floating villages, eine Seidenfarm (das uralte Geheimnis der Seidenproduktion) und einige schöne Tempel, sehr sehenswert.

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    Seidenproduktion im Familienbetrieb

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    ein Kokon ergibt 400m Seidenfaden

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    Holzbuddhaproduktion

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    Friedhof

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    floating villages

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    Das waren ein paar unterhaltsame und erholsame Tage in der Urbanität, und nach Phnom Penh kommen wir gerne wieder, aber: die Reise muss weitergehen! Und da es so unendlich heiß ist, haben wir beschlossen, nach mehr als sechs Wochen Reise eeeeendlich das Meer zu treffen. Den Bus heut morgen haben wir zwar verschlafen, aber der nachmittags passte uns dann super in den Zeitplan, und nun sind wir in Kep im Süden von Kambodscha, ein früherer kleiner Ferienort der Kolinialfranzosen am südchinesischen Meer. Morgen früh gehts direkt weiter auf die kleine Insel Koh Tonsay, wo wir ein paar Tage Meer und Strand genießen wollen – jiha!

    In diesem Sinne – maritime Grüße von den Schocks und bis die Tage… 🙂

    Tag 40/123: Die Reise muss weitergehen!

    Leute,

    was das für eine verrückte Busfahrt war. Sie startete heute um 6:15 Uhr morgens (der erste Minuspunkt) in Banlung (Region Ratanakiri im nordöstlichen Kambodscha) und endete gute neun Stunden später in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh. Die Reise durch die wahnsinnige infernale tropische Hitze galt es mit defekter Klimaanlage und ohne Lüftung oder wenigstens geöffneten Fenstern zu bestreiten. Unterhaltungsmöglichkeiten wie lautstarke Karaoke verbesserten die Situation nicht wirklich. Die erste etwa 15minütige Pause nutzten unsere Mitreisenden mit einem schnellen Frühstück (namentlich Reisbrei, wohl das gleiche Zeug, das wir unter unseren Sitzen und dementsprechend auf unseren Rucksäcken gefunden hatten, wahrscheinlich noch vom Vortag), und etwa eine Stunde später ging’s dann los: unser Nachbar hinter uns übergab sich in Ermangelung einer Tüte auf seine Hose, das Kleinkind vor uns immerhin in ein Handtuch, und die beiden Mädels zu unseren Rechten teilten sich brüderlich eine gemeinsame Kotztüte (gut sichtbar am Vordersitz angebracht). Nach der Mittagspause ein paar Stunden später wiederholte sich das ganze Spielchen. Und während also die Tüten um uns herum immer voller wurden, konnten wir unsere Ankunft in Phnom Penh kaum mehr erwarten. Was wir bereits wussten: die Hauptstadt trauerte um ihren König, der vor wenigen Tagen gestorben war. Was wir nicht wussten: das gesamte Stadtgebiet war weiträumig für Busse und ringsum den Royal Palace für den kompletten Verkehr gesperrt, und so dauerte es seine Zeit, bis wir mit unserem Reisegepäck in einem Guesthouse im Viertel unserer Wahl ankamen – nicht zu vergessen bei der infernalen Hitze, die fast jede Bewegung unmöglich machte, und mit nüchternen Mägen, denn uns war bei Reise verständlicherweise der Appetit gründlich vergangen. Ja, und da sind wir jetzt also: in der Hauptstadt Kambodschas Phnom Penh.

    Aber – der Reihe nach. Unser letzter Bericht endete ja mit unserer Abreise aus Pakse mit Kurs auf die 4000 Islands (Si Phan Don), unsere letzte Station in Laos, bevor es bald nur wenige Kilometer weiter über die Grenze nach Kambodscha gehen sollte. Wir waren schon sehr gespannt, denn an dieser Stelle im südlichen Laos soll der Mekong bis zu 14km breit sein und um die 4000 Inseln umschließen. Unser Ziel waren die beiden Schwesterinseln Don Det und Don Khone, gut erreichbar über eine Brücke miteinander verbunden, je mit einem Dorf besiedelt. Nachdem, was man so hört und liest, ist Don Det berüchtigt als Megapartyinsel, während es auf Don Khone entspannter zu gehen soll. Wieder relativ früh begann unsere Busreise morgens um 7:30 Uhr und endete nur zwei Stunden später am Mekongufer in Nakasong. Kaum raus in den Bus und rauf auf die Fähre, kam uns der Gedanke – ob es dort wohl überhaupt Bankautomaten gibt? Gab es natürlich nicht, also postwendend wieder rauf auf die Fähre und zurück zum Festland. Wobei – die Fähre fuhr gar nicht mehr. So fragten wir bei Einheimischen an, die uns dann auch freundlicherweise und zum doppelten Preis weiterhalfen. Als wieder flüssig, quartierten wir uns vorsichtigerweise auf Don Khone ein – vollkommen unnötig, wie sich herausstellte, denn auf beiden Inseln ging es wirklich sehr sehr sehr entspannt zu. Und heiß war es! Am dritten Tag haben wir es überhaupt erst mal geschafft, uns Radl auszuleihen, um damit die Umgebung zu erkunden – w u n d e r s c h ö n! Und soooo entspannt… Da kam richtig Urlaubsstimmung auf: wir haben beeindruckende Mekongwasserfälle gesehen, Flussdelphine gesichtet, abendlich den rötesten Sonnenball unseres Lebens beim Sonnenuntergang genossen, am Strand im Mekong gebadet (als klar und sauber kann man das Mekongwasser jedoch nicht bezeichnen) und gaaaanz viel entspannt.

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    Somphamit

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    Khone Phapheng, der größte Wasserfall Asiens

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    Ja, hier kann man wirklich gut und gerne einige Zeit verbringen. Aber: die Reise muss weitergehen! Und so ließen wir uns durch Infos von anderen Backpackern inspirieren und buchten uns Tickets nach Banlung. Bevor wir nun dazu mit unterhaltsamen Details zur anschließenden Reise fortsetzen, möchten wir an dieser Stelle gern ein paar besondere Eindrücke zu unserem Laostrip einschieben:

    Laos ist wirklich ein wunderschönes Land, mit sehr unberührter und abwechslungsreicher Natur (am allerbesten hat uns der Thakhaek-Loop in Zentrallaos gefallen). Das Wetter war immer toll und die Einheimischen immer freundlich und gut gelaunt, das Reisen und das Wohnen total unkompliziert und supergünstig. Das kulinarische Erlebnis jedoch hielt sich in Grenzen – ach ja, das ist sowieso ein Thema für sich: beim Essengehen sollte man sich immer ausreichend Zeit einplanen. Etwa 15 Minuten vergehen, bis allein die Bestellung aufgenommen ist. Des Weiteren ist das hiesige Arbeitstempo recht entspannt, bei mehreren Bestellungen gleichzeitig dauert es ewig, in aller Ruhe wird ein Gericht nach dem anderen zubereitet. Es ist hier auch nicht Usus, das Essen für jedermann am Tisch gleichzeitig zu servieren, das spielt in der laotischen Gastronomie überhaupt keine Rolle, oft war der Eine schon fertig, während der Andere noch wartete. Und abschließend nimmt die Bezahlung einige Zeit in Anspruch, denn zum einen können die Laoten überhaupt nicht kopfrechnen (wir reden z.B. von Rechenaufgaben wie 6 + 6 +1), und zum anderen haben sie nie Wechselgeld mit sich (erste Schwierigkeit: den Wechselbetrag ausrechnen, zweite: dieser muss immer erst von hinten irgendwo geholt oder beim Nachbarn organisiert werden). Aber wie gesagt: sehr sehr entspannt war es immer. In Laos kann man wirklich ein unberührtes, natürliches Leben genießen, mit vielen Tieren überall. Stark erkennbar ist bemerkenswerterweise (und z.B. anders als im benachbarten Thailand) der europäische Einfluss durch die französische Kolonialisierung, so z.B. in der Architektur, der Infrastruktur, der Kleidung, den Lebensmitteln. Oh, und unbedingt erwähnenswert ist die Sperrstunde im ganzen Land um 23:30 Uhr, für alles – partytechnisch also eher wenig los hier. Nicht selten mussten wir in Guesthouses die Gastgeber erst aus dem Bett klingeln, um uns die bereits verschlossene Tür öffnen zu lassen, denn alles lebt hier mit der Sonne, und mit dem Sonnenuntergang geht der Tag in Laos eigentlich auch zu Ende. Jedenfalls: toll war’s hier, wir haben viel gesehen und erlebt in Laos, sind ziemlich beeindruckt. Und Laos‘ Norden mit seinen unberührten Dschungeln haben wir uns noch für das nächste Mal aufgehoben. Denn: die Reise muss weitergehen! Nach drei Wochen Laos folgt unserer dritter Schritt durch Asien: Kambodscha.

    Also wieder auf Achse. Wir auf der Insel, Ziel Banlung. Zunächst ging es mit der Fähre wieder auf das Festland, um dann im VIP-Bus (auf der Insel ließ sich leider kein local bus buchen) über die Grenze und nach Banlung gebracht zu werden – so waren zumindest unsere Vorstellung gewesen. Tatsächlich kam es dann aber ein bissle ungemütlicher: erst mal wurden wir, wie wir inzwischen festgestellt haben, am Grenzübergang abgezockt. Der Busfahrer sammelte von allen Passagieren die Ausweise und das Geld ein, um uns sozusagen einen Visum-Service zu bieten. 30 Dollar pro Visum waren zu bezahlen, zwei weitere falls kein Foto zur Hand. Bullshit, wie wir heute wissen: 20 Dollar kostet das Visum, egal ob mit oder ohne Foto. Während dann also unsere Pässe unterwegs waren, mussten wir am Straßenrand warten, denn nach der Grenze sollten wir in einen anderen Bus wechseln. Irgendwann ging es dann in diesem dann weiter, und wir alle waren glücklich, unsere Pässe mitsamt Visum wieder zu haben (den Ausweis gibt man ja nur ungern aus der Hand). Nach ein paar weiteren Stunden hielt auch der zweite Bus wieder, wir mussten aussteigen, sollten noch einmal umsteigen, mussten auf den inzwischen dritten Bus warten. Nur ein paar Minuten hieß es, etwa zwei Stunden waren es tatsächlich. Und zwar rollte dann an ein Minibus, ohne Klimaanlage und bereits beim Ankommen randvoll mit Einheimischen. Unser Gepäck wurde hinten einfach ans Auto gebunden (es waren außer dem Reisegepäck noch ein Roller, ein statisches Wunder gehalten durch zwei dünne Seile), welches dazu noch insgesamt 22 Passagiere nach Banlung transportiert – es war wirklich sehr sehr eng im Minivan.

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    Und dabei war dies die teuerste Fahrt gewesen, die wir je gebucht hatten, 24 Dollar pro Person! Das war echt ein Reinfall gewesen. Naja, irgendwie sind wir dann aber in Banlung auch angekommen. Total schön sollte es dort sein, wie uns andere Touris vorgeschwärmt hatten. Wir waren aber schon auf der Hinfahrt etwas irritiert gewesen, denn von „wunderschön“ hatten wir wohl ein anderes Verständnis: sehr trostlos war die Gegend, alles wurde weit und breit hemmungslos abgerodet, wir sahen viel loderndes Feuer am Straßenrand und noch viel mehr schwarzgeäscherte Flächen, von Wäldern und schöner Natur jedoch wenig Spur. Aus diesem Grund haben wir uns zunächst gegen die vom Lonely Planet empfohlene Trekkingtour entschieden und uns am nächsten Tag erst einmal Roller ausgeliehen (die ersten Modelle lehnten wir ab, weil wirklich nur noch fahrende Schrotthaufen, den nächsten, weil wir dann irgendwie doch Wert auf ne Bremse legten, und beim schließlich gewählten Modell stellte sich später noch heraus: blaues Licht. Echt todschick, leuchtet in der Nacht aber genau 30 cm weit.), um die Gegend zu erkunden: ein paar Wasserfälle, aber da waren wir schon zu verwöhnt von Laos (v.a. die wunderschönen Fälle im Bolaven-Plateau und die riesigen Mekongfälle der 4000 Inseln). In einem vulkanischen Kratersee badeten wir – sehr schön, ohne Frage, aber außer dass der See kreisrund war, war’s irgendwie nicht erwartet spektakulär.

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    Den Sonnenuntergang verbrachten wir noch an einem anderem See, aber die Entscheidung war schnell gefallen: direkt am nächsten Morgen wollten wir weiter in die Hauptstadt (es folgte die eingangs beschriebene Busreise). Eigentlich wollten wir eine andere Route nehmen, denn luftlinientechnisch wäre die nächste Station Siem Rep und Angkor Wat gewesen. Allerdings ist die Infrastruktur in Kambodscha sehr begrenzt ausgebaut, und so mussten wir erst einmal runter in den Süden in die Hauptstadt.

    Und wie gesagt: da sind wir jetzt also, in der trauernden 1,5 Mio Einwohner – Hauptstadt, und genießen zur Abwechslung wieder mal etwas Urbanität – Bericht folgt in Kürze.

    Macht es guti!!
    Liebste Grüße, Simi & Waldi